Aktuelle Forschungsprojekte

Projektwerkstatt „Forschungs-Review: Islamischer Religionsunterricht"

AIWG Projektwerkstatt „Forschungs-Review: Islamischer Religionsunterricht in Deutschland im Spiegel empirisch-interdisziplinärer Forschung“

Die Projektwerkstatt befasst sich mit dem Islamischen Religionsunterricht (IRU) in Deutschland und fragt, wie Stand und Zukunft des IRU auf Grundlage vorliegender empirischer interdisziplinärer Forschungen einzuschätzen sind. Ausgangspunkt ist, dass der Islamische Religionsunterricht in vielen Bundesländern an öffentlichen Schulen erfolgreich eingeführt wurde/wird und mithin die bereits seit den 1970er Jahren geforderte Gleichbehandlung hinsichtlich der Teilhabe am Religionsunterricht nunmehr eingelöst wird. Damit ist die Debatte jedoch nicht beendet, denn gleichzeitig steht der Religionsunterricht in Deutschland angesichts religiöser, politischer und gesellschaftlicher Transformationsprozesse (Pluralisierung, Säkularisierung, Europäisierung) vor neuen Herausforderungen. Dies gilt für den Religionsunterricht allgemein, für den islamischen Religionsunterricht jedoch besonders: Denn zum einen ist der IRU mit dem „Time-Lag“ seiner Einführung in einer Situation, in der er sich erst etablieren und gleichzeitig bereits auf Transformationsprozesse reagieren muss. Zum anderen werden an den IRU besondere gesellschaftspolitische Erwartungen zur Integration der muslimischen Bevölkerung und zur Prävention gegen Radikalisierung gerichtet, die umso höher erscheinen in einer Situation, in der „der“ (imaginierte) Islam immer noch eine breite Ablehnung seitens der nicht-muslimischen Bevölkerung erfährt und rechtspopulistische Identitätspolitiken eine gesellschaftliche Polarisierung befördern. Zudem hat sich im Zuge seiner Einführung gleichzeitig auch der empirische Forschungsstand zum islamischen Religionsunterricht in den letzten Jahren deutlich vergrößert. Vor diesem Hintergrund widmet sich die Projektwerkstatt dem Desiderat einer Metaanalyse in Form eines Forschungs-Reviews, in dem der interdisziplinäre empirische Forschungsstand zum IRU zusammengetragen, systematisiert und analysiert werden soll.

Projektleiter*innen:

Dr. Anna Körs, Akademie für Weltreligionen, Universität Hamburg

Prof. Dr. Constantin Wagner, Juniorprofessur für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Diversität, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:

Dr. Laura Haddad, Akademie der Weltreligionen, Universität Hamburg, und Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), Universität Osnabrück

Kooperationspartnerin:

Dr. Yalız Akbaba, Institut für Erziehungswissenschaft, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Projektlaufzeit: Dezember 2019 - November 2020

Die Projektwerkstatt „Forschungs-Review: Islamischer Religionsunterricht in Deutschland im Spiegel empirisch-interdisziplinärer Forschung“ wird gemeinsam durchgeführt von der Akademie der Weltreligionen der Universität Hamburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) an der Goethe-Universität Frankfurt.

Die AIWG wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Stiftung Mercator.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://aiwg.de/zwei-neue-projektwerkstaetten-an-der-aiwg-pm/

Postmigrationsgesellschaftliche Perspektiven auf politische Bildungsarbeit (PoMiPoBi)

Unterschiedliche Träger der politischen Bildungsarbeit verschreiben sich zunehmend dem Thema Diversität. Das Projekt PoMiPoBi stellt die Frage nach Reaktionen,  Deutungen und Umgängen, wenn in unterschiedlich strukturierten Räumen Kritik an strukturellem und institutionellem  Rassismus, Ethnozentrismus und Sexismus zum Thema wird. Schauplatz des Forschungsprojekts sind Lehrer*innenfortbildungen sowie Settings staatlicher und zivilgesellschaftlicher Erwachsenenbildung.

Beteiligte: Prof. Dr. Constantin Wagner, Dr. Yalız Akbaba

Der Islam im Hörsaal: Islamische Theologie an der Universität

Studiengänge zu islamischer Theologie gehören sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz zu den neueren universitären Angeboten. Die Protagonisten der jungen Disziplin haben in den letzten Jahren - parallel zum Prozess der Institutionalisierung - begonnen, die Etablierung ihres Faches in Bezug auf die inhaltliche Ausgestaltung und Verortung zu reflektieren. Allerdings gibt es bisher so gut wie keine Untersuchungen, die die Studierenden des neuen universitären Angebots in ihre Analyse einbeziehen.

Das Forschungsprojekt "Der Islam im Hörsaal" widmet sich dieser Fragestellung: Mit welcher Erwartungshaltung nehmen die Studierenden ein Studium islamischer Theologie auf? Was sind für die Studierenden die größten Herausforderungen und Hürden an der Universität? Welchen Studierenden gelingt es, das Studium erfolgreich zu absolvieren; wer bricht das Studium ab?

Das explorativ angelegte Forschungsprojekt soll durch die Begleitung von Studierenden einen Praxisnutzen sowohl für die kooperierenden Standorte islamischer Theologie als auch für die an der Studie teilnehmenden Studierenden bieten: Die Institute können durch eine vertiefte Kenntnis des Hintergrunds ihrer Studierenden besser auf deren Bedürfnisse eingehen. Für die Vermittlung theologischer Inhalte ist es von zentraler Bedeutung, Motivationen und Problemlagen der Studierenden einschätzen zu können und in Erfahrung zu bringen, welche Maßnahmen und Angebote von diesen als hilfreich erlebt werden. Den teilnehmenden Studierenden wird auf freiwilliger Basis ein Ort der Selbstreflexion der eigenen Situation und des Lernerfolgs geboten. Eine unabhängige, supervisionserfahrene Person führt hierfür Interviews jeweils zu Beginn des neuen Semesters.

https://www.islamischetheologiestudieren.com/

Diversität in der Sozialen Arbeit (DiSA)
Aktuelle Bedarfe und Herausforderungen in der Praxis

Die Pluralisierung von Lebensformen und eine damit einhergehende Vielfalt innerhalb der Gesellschaft wirken sich auch auf die Institutionen der Familienhilfe aus. In Bezug auf die sich wandelnden Bedürfnisse haben Einrichtungen der Sozialen Arbeit unterschiedliche Umgangsweisen, Haltungen und Konzepte entwickelt, um einer vielfältigen Klientel gerecht zu werden. Das Projekt „DiSA – Diversität in der Sozialen Arbeit“ möchte die Konzepte und Praktiken der Akteur*innen im Feld der Familienhilfe erfassen und weitergehende Bedarfe für die Aus- und Weiterbildung ermitteln.