Univ.-Prof. Dr. Alexandra Klein
Institut für Erziehungswissenschaft
AG Sozialpädagogik

Georg Forster-Gebäude
Jakob-Welder-Weg 12
Raum 02.401
55128 Mainz

Tel.: +49 6131 39-20345
E-Mail

Arbeitsschwerpunkte

  • Theorie und Empirie von Heterogenität und Ungleichheiten in Kindheit und Jugend
  • Interventionslogiken Sozialer Arbeit
  • Quantitative und qualitative Unterstützungsforschung

Sprechstunden vorlesungsfreie Zeit

Di., 11.08.2026 von 08:30 bis 09:30 Uhr

Fr., 04.09.2026 von 11:00 bis 12:00 Uhr

Mi., 30.09.2026 von 08:30 bis 09:30 Uhr

Offene Sprechstunde – keine Anmeldung erforderlich!

Aktuelles zur Sprechstunde

derzeit keine Änderungen

Sprechstunden Semester

Mi., 08:15 – 09:15 Uhr

Offene Sprechstunde – keine Anmeldung erforderlich!

Assistenz

Brigitte Jordan
Georg Forster-Gebäude, Raum: 02.405

Tel.: +49 6131 39-24637
Fax: +49 6131 39-26050
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Sprechzeiten




Perspektiven sozial- und sonderpädagogischer Professionalität

Autor*innen/Herausgeber*innen: Klein/Langer/Ritter/Schulze (Hrsg.)

Ca. 275 Seiten, kartoniert

ISBN 978-3-17-044082-1

Noch nicht vorbestellbar! – Dieser Titel erscheint im 3. Quartal 2026.

Inklusive Kinder- und Jugendhilfe


Pädagogik und Sexualität

Analysen eines Konfliktfeldes

Autor*innen/Herausgeber*innen: Alexandra Klein, Antje Langer

ISBN: 978-3-8474-2642-4

https://shop.budrich.de/produkt/paedagogik-und-sexualitaet/


Die schlechten Mütter. Vergeschlechtliche Thematisierungen von Kinderarmut.

Gemeinsamer Artikel von Bettina Ritter und Alexandra Klein


Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft

Heft 64, Jg. 33|2022, Stichwort: Staatliche Anerkennung


seit 04/2019
Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Erziehungswissenschaft
Professorin für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Heterogenität und Diversität

04/2014 – 03/2019
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenen-bildung
Professorin für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Soziale Ungleichheiten in Kindheit und Jugend

09/2011 – 04/2013
Mutterschutz/Elternzeit

04/2010 – 03/2014
Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Erziehungswissenschaft, Abt. II: Sozialpädagogik
Studienrätin im Hochschuldienst

10/2009 – 03/2010
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenbildung
Vertretung der Professur für Sozialpädagogik und Jugendhilfe

03/2008
Promotion zur Dr. phil. an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld (Note: summa cum laude)
Dissertation: ‚Soziales Kapital Online’: Soziale Unterstützung im Internet. Eine Rekonstruktion virtualisierter Formen sozialer Ungleichheit
Gutachter: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Uwe Otto / Prof. Dr. Uwe Sander

03/2006 – 09/2009
Universität Potsdam, Institut für Erziehungswissenschaft
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
DFG-Projekt: „Die Entwicklung der Liebesidentität in den Kontexten Eltern und Peers“
Leitung: Prof. Dr. Hans Oswald / PD Dr. Beate Schuster

01/2003 – 06/2006
Universität Bielefeld, Fakultät für Pädagogik, AG 8: Sozialarbeit/Sozialpädagogik, Kompetenzzentrum informelle Bildung
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Formative Evaluation der Bundesinitiative „Jugend ans Netz“, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unter Leitung von Prof. Dr.Dr. h.c. Hans-Uwe Otto

04/2000 – 04/2002
Studium der Soziologie an der Freien Universität Berlin

09/1997 – 01/2002
Hauptstudium in Erziehungswissenschaft an der Freien Universität Berlin,
Studienrichtung: Sozialpädagogik
Abschluss: Diplom-Pädagogin (Note: sehr gut)

10/1995 – 04/1997
Grundstudium in Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

1995
Abitur am Stefan George-Gymnasium in Bingen am Rhein

Klein, A., & Langer, A. (Hrsg.). (2026). Sexualität und Pädagogik: Analysen eines Konfliktfeldes. Opladen: Verlag Barbara Budrich (im Druck).

Klein, A., Langer, S., Ritter, B., & Schulze, K. (Hrsg.). (2026). Inklusive Kinder- und Jugendhilfe: Schnittstellen sozial- und sonderpädagogischer Professionalität. Stuttgart: Kohlhammer Verlag (im Erscheinen).

Klein, A., Landhäußer, S., & Richter, M. (2026). Soziale Arbeit – die Handlungs- und Arbeitsfelder (Bd. 8). Stuttgart: UTB Verlag (in Vorbereitung).

Klein, A., & Landhäußer, S. (2022). Frankfurter Kinderstudie 2018: Beteiligung beim Essen in Frankfurter Kindertageseinrichtungen. Kinderbüro der Stadt Frankfurt. https://kinderbuero-frankfurt.de/images/pdf_2022/KiBue_Kinderumfrage_2018_web_low_301122.pdf

Buchhaupt, F., Hahn, L., Katzenbach, D., Klein, A., Landhäußer, S., Schallenkammer, N. & Silkenbeumer, M. (2019). Evaluation der Modellregion inklusive Bildung Frankfurt am Main (Frankfurter Beiträge zur Erziehungswissenschaft, 21.). Johann W. Goethe-Universität – Dekanat. 

Klein, A. (2018). Umkämpfte Sexualitäten – Die pädagogische Bearbeitung des Sexuellen im Spannungsfeld von Emanzipation und Reaktion. Widersprüche, 148 (Verantwortung des gleichnamigen Themenschwerpunkts der Zeitschrift).

Klein, A., & Tuider, E. (Hrsg.). (2017). Sexualität und Soziale Arbeit (Grundlagen der Sozialen Arbeit, Bd. 40). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.

Klein, A., Tuider, E., & Kotthaus, J. (Hrsg.). (2015). Sexualpädagogik. Sozialmagazin, 1–2/2015 (Verantwortung des gleichnamigen Themenschwerpunkts der Zeitschrift).

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Klein, A. & Will, L. (2026). Sexuelle Bildung und Social Media. In A. Klein & A. Langer (Hrsg.), Sexualität und Pädagogik. Analysen eines Konfliktfeldes. Barbara Budrich (im Druck).

Klein, A. & Will, L. (2026). (Post)Digitalität, Sexualität und digitalisierte sexuelle Bildung. In N. Kutscher (Hrsg.), Handbuch Soziale Arbeit und Digitalisierung. (2., überarb. Aufl.) Beltz Juventa (im Erscheinen).

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Klein, A. (2011). Verwahrlosung – Eine sozialpädagogische Vergegenwärtigung mit Klaus Mollenhauer. Soziale Passagen, 01, 115–125. https://doi.org/10.1007/s12592-011-0071-1

Chassé, K.-A., Klein, A. & Landhäußer, S. (2011). Konstruktionen von Armut zwischen AdressatInnen und moralisierend-punitiven Diskurs. In H. Schmidt-Semisch & B. Dollinger (Hrsg.), Gerechte Ausgrenzung? Wohlfahrtsproduktion und die neue Lust am Strafen (S. 218–235). VS Verlag. https://doi.org/10.1007/978-3-531-94083-0_10

Klein, A. (2011). Sexuelle Verwahrlosung oder Moralpanik? Sexuelle Erfahrungen und Beziehungswerte junger Frauen und Männer. In H.-U. Otto & G. Oelerich (Hrsg.), Empirische Forschung und Soziale Arbeit (S. 165–178). VS Verlag. https://doi.org/10.1007/978-3-531-92708-4_10

Klein, A. (2011). Schwangerenberatung. In K.-P. Horn, H. Kemnitz, W. Marotzki & U. Sandfuchs (Hrsg.), Lexikon Erziehungswissenschaft (S. 222–223). Julius Klinkhardt / UTB.

Kessl, F., Klein, A. & Landhäußer, S. (2010). Armut und Prekarisierung von Adressat_innen Sozialer Arbeit. In W. Thole (Hrsg.), Grundriss Soziale Arbeit. Ein einführendes Handbuch (3. überarb., erw., Aufl., S. 541–549). VS Verlag.

Kessl, F., & Klein, A. (2010). Das Subjekt in der Wirkungs- und der Nutzerforschung. In H.-U. Otto u.a. (Hrsg.), What Works – Welches Wissen braucht die Soziale Arbeit? Zum Konzept evidenzbasierter Praxis (S. 63–82). Barbara Budrich. https://doi.org/10.2307/j.ctvdf0h4z

Klein, A. (2010). Liebe, Treue, Gegenseitigkeit – Von der aktuellen Relevanz eines Begriffes der „sexuellen Identität“. In Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) (Hrsg.), Unsichere Zeiten. DGS-Kongressband. VS Verlag (CD-Rom).

Klein, A., & Sager, C. (2010). Wandel der Jugendsexualität in der Bundesrepublik. In R.-B. Schmidt & M. Schetsche (Hrsg.), Sexuelle Verwahrlosung. Empirische Befunde – Gesellschaftliche Diskurse – Sozialethische Reflexionen (S. 95–118). VS Verlag. https://doi.org/10.1007/978-3-531-92477-9_5

Klein, A. (2010). Jugend – Medien – Pornographie. In R.-B. Schmidt & M. Schetsche (Hrsg.), Sexuelle Verwahrlosung. Empirische Befunde – Gesellschaftliche Diskurse – Sozialethische Reflexionen (S. 167–184). VS Verlag. https://doi.org/10.1007/978-3-531-92477-9_8

Klein, A. (2010). Bin ich schon drin oder was? – Partizipation und Internet. In G. Cleppien & U. Lerche (Hrsg.), Soziale Arbeit und Medien (S. 165–176). VS Verlag. https://doi.org/10.1007/978-3-531-92376-5_11

Klein, A. (2010). Zu früh, zu spät, genau richtig? Das Alter beim ersten Mal und sexuelle Handlungsfähigkeit im jungen Erwachsenenalter. In S. Blattmann (Hrsg.), Nur die Liebe fehlt…? Jugend zwischen Blümchensex und Hardcore. Sexuelle Bildung als Prävention (S. 39–55). Mebes und Noack.

Klein, A. (2010). Homosexualität. In S. Andresen, M. Brumlik & C. Koch (Hrsg.), Das ElternBuch. Entscheidungshilfe für mündige Eltern (S. 522–529). Beltz.

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Klein, A. (2005). Online-Beratung für Jugendliche: Strukturen, Themen, Fragen. In Tagungsdokumentation der Fachtagung „Beratung und Internet“ des Jugendhof Vlotho im Mai 2005 (Konferenzpapier).

Klein, A. (2005). Online-Beratung für alle? Themenfelder, Unterstützungsmuster und Reichweiten netzbasierter Beratung (Arbeitspapier). In Kompetenzzentrum Informelle Bildung (KIB) (Hrsg.), Universität Bielefeld. http://www.kib-bielefeld.de/externelinks2005/OnlineBeratungfueralle.pdf

Iske, S., Klein, A., & Kutscher, N. (2004). Digitale Ungleichheit und formaler Bildungshintergrund: Ergebnisse einer empirischen Untersuchung über Nutzungsdifferenzen von Jugendlichen im Internet (Arbeitspapier). In Kompetenzzentrum Informelle Bildung (KIB) (Hrsg.), Universität Bielefeld. http://www.kib-bielefeld.de/externelinks2005/digitaleungleichheit.pdf

Klein, A., Iske, S., & Kutscher, N. (2004). Soziale Ungleichheit im virtuellen Raum: Wie nutzen Jugendliche das Internet? Erste Ergebnisse einer empirischen Untersuchung zu Online-Nutzungsdifferenzen und Aneignungsstrukturen von Jugendlichen (Arbeitspapier). In Kompetenzzentrum Informelle Bildung (KIB) (Hrsg.), Universität Bielefeld.

Klein, A. (2003). Beteiligungsstrukturen und Beratungsqualität im Onlinebereich (Vortrag auf dem Fachbeirat der BIJaN am 11. November 2003). http://www.kib-bielefeld.de/externelinks2005/onlineberatungsqualitaet.pdf


Forschungszusammenhang: Selbstvertretungen unter Bedingungen mehrdimensionaler und intersektionaler sozialer Ungleichheiten

Selbstvertretungsinitiativen gelten als Ausdruck demokratischer Teilhabe und kollektiver Artikulation. Der multimethodische Forschungszusammenhang, in dem aktuell zwei Teilprojekte angesiedelt sind, geht übergeordnet der Frage nach, unter welchen Bedingungen Selbstvertretung im Hilfesystem möglich wird, wer Zugang zu entsprechenden Räumen erhält, wessen Perspektiven sichtbar und wirksam werden und welche Forderungen institutionelle Resonanz erzeugen. Dabei werden Selbstvertretungen als ambivalente soziale Räume verstanden, in denen Prozesse von Öffnung und Schließung, Anerkennung und Ausschluss, Teilhabe und Marginalisierung gleichzeitig wirksam werden.

Projektbeteiligte: Alexandra Klein, Stephanie Langer und Kathrin Schulze

Laufzeit: 2025 – 2028

Aktuelle Publikationen und Vorträge aus dem Projektzusammenhang

Klein, A., Langer, S. & Kaddour-Dugonjic, A. (2025). Excluded voices in inclusive child and youth welfare services. European Journal of Social Work, 28(4), 835-846. https://doi.org/10.1080/13691457.2024.2438216

The voices of social work service users in Germany are getting increasingly prominent. The recent developments in the Child and Youth Welfare Act (SGB VIII) illustrate that participation, self-organisation, and self-representation rights are receiving heightened attention. Simultaneously, questions regarding the requirements, conditions, and possibilities of self-organisation have received relatively minuscule attention so far. Who has the means and opportunities for self-organisation under which conditions? How are social closure processes of significance? What consequences does it have for service users? What insights can we gain at the intersection of social work and special education? In this article, we seek to explore these questions. Initially, we take a journey through history, shedding light on the question of the virulence of social closure and usurpation processes within user movements. Based on this historical recapitulatory overview and repositories of paradigms and theories on social inequality, we take a look at current transformations in the voices of service users within the social services system. Through interviews with self-advocates in child and youth welfare and disability assistance services, and the analysis of official documents from self-advocacy organisations, we illustrate the capacity for a redirection of attention on the voices of service users guided by closure theory.

Schulze, K. (2026): Umkämpftes Wissen. Epistemische Gewalt und die Anerkennung von Erfahrungen in sozialpädagogischen Wissensordnungen: In: Kommission Sozialpädagogik (Hrsg.): Forsch(end)e Sozialpädagogik. Weinheim u. Basel: Beltz Juventa.

Der Beitrag untersucht die Bedingungen epistemischer Anerkennung in sozialpädagogischen Wissensordnungen und fragt danach, wie Erfahrungen und Wissensansprüche von Adressatinnen anerkannt, marginalisiert oder delegitimiert werden. Am Konflikt zwischen der Bürgerrechtsbewegung der Sintizze und Romnja und Akteurinnen Sozialer Arbeit wird rekonstruiert, wie sich epistemische Gewalt in der Hervorbringung und Stabilisierung professionellen Wissens manifestiert. Abschließend wird mit der Denkfigur „Sozialer Arbeit als ‚Offenes Archiv‘“ (Maurer 2017) eine Perspektive auf die kritische Reflexion historisch sedimentierter Ausschlüsse entwickelt.

Teilprojekt I: Un_Zugänglichkeiten von Selbstvertretung in der Kinder- und Jugendhilfe verstehen. Partizipatives Forschungsprojekt gemeinsam mit dem LJHR Rheinland-Pfalz (ZUGPARTI)

Vor dem Hintergrund aktueller gesetzlicher Reformen, insbesondere der Novellierung des Achten Sozialgesetzbuchs (SGB VIII), wird die Stärkung von Selbstvertretungsstrukturen in der Kinder- und Jugendhilfe politisch und institutionell vorangetrieben. Zugleich bleiben aus ungleichheits- und partizipationstheoretischer Perspektive zentrale Fragen der gegenwärtigen Transformationsprozesse bislang weitgehend ungeklärt: Inwiefern erleben sich junge Menschen durch bestehende Selbstvertretungsstrukturen (nicht) repräsentiert? Wie zugänglich oder unzugänglich sind diese Strukturen aus ihrer Perspektive – insbesondere für Kinder und Jugendliche, die selbst nicht in Selbstvertretungsorganisationen organisiert sind? Bislang fehlt zudem empirisches Wissen darüber, welche Bedeutung mehrdimensionale soziale Ungleichheitsverhältnisse – etwa im Zusammenhang mit Migration und Behinderung – für Zugänge zu und für die Wahrnehmung von Selbstvertretung im Feld der Kinder- und Jugendhilfe haben.

Diese Wissenslücken adressiert das partizipative Forschungsprojekt ZUGPARTI, das gemeinsam mit dem Landesjugendhilferat Rheinland-Pfalz (LJHR) als Selbstvertretung von jungen Menschen in stationären Wohnformen und betreutem Wohnen entwickelt wurde.

Insbesondere in Gruppengesprächen und Workshops mit (nicht)-organisierten Kindern und Jugendlichen in stationären Settings werden drei zentrale Fragen bearbeitet:

  1. Welche Relevanz messen die jungen Menschen Selbstvertretung zu?
  2. Wie erleben sie die bestehenden Strukturen?
  3. Welche Zugangswege, Repräsentationslücken und Barrieren werden sichtbar?

So versuchen wir herauszufinden, inwiefern Selbstvertretungsstrukturen dazu beitragen können Zugänge für (mehrfach) marginalisierte Kinder und Jugendliche zu eröffnen.

Projektbeteiligte: LJHR Rheinland-Pfalz, Alexandra Klein, Kathrin Schulze und Soraya Lebenstedt

Laufzeit: 2026 – 2028

Aktuelle Publikationen und Vorträge aus dem ZUGPARTI Projekt

Schulze, K. & Klein, A. (2026). Von Beteiligung und epistemischer Teilhabe. Partizipative und inklusive Forschung im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe. In A. Klein u.a. (Hrsg.), Inklusive Kinder- und Jugendhilfe.  Kohlhammer

Inklusion und Partizipation gelten als zentrale Leitbegriffe der aktuellen SGB VIII-Reform und der damit einhergehenden sich transformierenden Kinder- und Jugendhilfe. Während die Herausforderungen einer inklusiven Ausgestaltung der Kinder- und Jugendhilfe im Fachdiskurs intensiv diskutiert werden, bleiben die forschungsbezogenen Implikationen dieser Entwicklung bislang eher randständig. Der Beitrag greift dieses Desiderat auf und fragt, wie sich die Leitbegriffe Partizipation und Inklusion forschungsethisch, epistemologisch und methodologisch fruchtbar machen lassen, insbesondere im Hinblick auf die Erweiterung von Repräsentation, epistemischer Teilhabe und kategorialer Reflexion im Feld der Kinder- und Jugendhilfeforschung. An der Schnittstelle sozial- und sonderpädagogischer Forschung wird deutlich, dass die Weiterentwicklung einer forschungskritischen Perspektive auf Inklusion und Partizipation zentrale Voraussetzungen für eine adäquate Auseinandersetzung mit der erweiterten Adressat:innenschaft der Kinder- und Jugendhilfe darstellt.

Teilprojekt II: Selbstvertretungserfahrungen junger Menschen mit Behinderung im Kontext der inklusiven Kinder- und Jugendhilfe

Mit der inklusiven Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe im Zuge der SGB-VIII-Reform verändern sich nicht nur institutionelle Zuständigkeiten, sondern auch die Bedingungen, unter denen Selbstvertretung organisiert, anerkannt und in fachliche sowie sozialpolitische Entscheidungsprozesse einbezogen werden soll. Die Zusammenführung der Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe wirft damit zugleich Fragen nach dem Verhältnis unterschiedlicher Traditionen des institutionellen Einbezugs von Selbstvertretung auf. Während Selbstvertretungsstrukturen im Feld der Eingliederungshilfe seit Langem etabliert sind und über vielfältige Erfahrungen kollektiver Interessenvertretung verfügen, gewinnt ihre institutionelle Verankerung in der Kinder- und Jugendhilfe erst im Zuge der aktuellen Reformprozesse verstärkt an Bedeutung.

Vor diesem Hintergrund richtet das Forschungsprojekt den Blick auf Selbstvertretungszusammenhänge junger Menschen mit Behinderung an der Schnittstelle von Kinder- und Jugendhilfe und Eingliederungshilfe. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie junge Menschen mit Behinderung das Verhältnis von Selbstvertretungsinitiativen und Institutionen des Hilfesystems sowie die Möglichkeiten und Grenzen ihrer Einflussnahme und der Resonanz ihrer Anliegen erleben. Zugleich wird Selbstvertretung aus repräsentationskritischer und intersektionaler Perspektive als gesellschaftlich situierter Aushandlungsraum verstanden, in dem unter Bedingungen gesellschaftlicher Macht- und Ungleichheitsverhältnisse die Anerkennung von Erfahrungen, die Legitimität von Sprecher:innenpositionen und Repräsentationsansprüche ausgehandelt werden.

Vor diesem Hintergrund verfolgt das Forschungsprojekt in Einzelinterviews und Gruppengesprächen folgende forschungsleitende Fragen:

  1. Wie erleben junge Menschen mit Behinderung das Verhältnis von Selbstvertretung und Institutionen des Hilfesystems sowie die Möglichkeiten und Grenzen von Einflussnahme und Resonanz?
  2. Wie werden in Selbstvertretungszusammenhängen Erfahrungen, Forderungen und Repräsentationsansprüche unter Bedingungen gesellschaftlicher Macht- und Ungleichheitsverhältnisse ausgehandelt?
  3. Wie wirken Macht- und Ungleichheitsverhältnisse in Selbstvertretungszusammenhängen und die institutionelle Ausgestaltung ihres Einbezugs darauf ein, welche Erfahrungen und Forderungen anerkannt und welche Möglichkeiten legitimen Sprechens eröffnet oder begrenzt werden?

Projektbeteiligte: Kathrin Schulze, Stephanie Langer & Anoushka Kreis

Laufzeit: 2026-2028

Aktuelle Publikationen und Vorträge aus dem Projekt

Schulze, K. (2026): Selbstvertretung unter Bedingungen epistemischer Gewalt. Annäherungen an die Kinder- und Jugendhilfe als kolonial-moderne Wissensformation. Vortrag im Symposium „Spannungsfelder des Epidemischen. Sozialpädagogische Verhältnisse als epistemische Praxis“ auf dem DgfE-Kongress am 24.03.2026 in München.

Der Vortrag untersucht die Institutionalisierung von Selbstvertretung in der Kinder- und Jugendhilfe aus der Perspektive epistemischer Gewalt. Ausgehend von einer post- und dekolonialen Perspektive wird die Kinder- und Jugendhilfe als historisch sedimentierte Wissensordnung analysiert, die strukturiert, welche Erfahrungen, Wissensbestände und Formen der Artikulation als legitim und anerkennungsfähig gelten. Vor diesem Hintergrund fragt der Vortrag nach der Ambivalenz der rechtlichen Stärkung von Selbstvertretung: Sie eröffnet neue Möglichkeiten der Artikulation und Einflussnahme, kann zugleich aber bestehende epistemische Ausschlüsse reproduzieren, indem bestimmte – insbesondere prekäre, situative oder institutionell wenig anschlussfähige – Formen der Selbstvertretung weniger Anerkennung erfahren.

Langer, S. (2026): Epistemische Ordnungen im Feld der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung.
Vortrag im Symposium „Spannungsfelder des Epidemischen. Sozialpädagogische Verhältnisse als epistemische Praxis“ auf dem DGfE-Kongress am 24.03.2026 in München.

Der Vortrag untersucht epistemische Anerkennungs- und Machtverhältnisse in der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung. Anhand einer ethnografischen Feldvignette und des Konzepts der epistemischen Ungerechtigkeit wird analysiert, wie Kindern in pädagogischen Interaktionen Deutungshoheit und der Status als Wissenssubjekte zu- oder aberkannt werden. Im Zentrum steht die Frage, wie generationale Machtverhältnisse und pädagogische Deutungsmacht die Agency von Kindern strukturieren und damit die Bedingungen ihrer Partizipation begrenzen oder erweitern.

Postdigital Sexual Agency (PIGSEA)

Digitalität und Sexualität unterliegen nicht nur gesellschaftlichen Wandlungsprozessen, sondern sind gerade auch in ihrer Verwobenheit Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzungen und fachlicher Interventionen (vgl. Klein 2017, Klein / Schweitzer 2022). In den Lebensrealitäten junger Menschen sind digitale Medien mittlerweile zu einem selbstverständlichen Teil sexueller Sozialisation avanciert. Dabei amalgamieren sich sexualitätsbezogene Grenzverletzungs- und Selbstbestimmungspotenziale in neuartiger Weise. Gleichzeitig bildet die Aufmerksamkeit auf solcherart postdigitale Lebensrealitäten im Ringen um sexuelle Handlungsfähigkeit gegenwärtig ein Desiderat an den Schnittstellen sexual-, medien- und sozialpädagogischer Nutzungsforschung, so dass wir bislang weder über differenziertes Wissen über digitale, sexualitätsbezogene Angebotsstrukturen noch über entsprechende Nutzungs- und Aneignungspraktiken verfügen. Sexualitätsbezogene Angebote digitaler Infrastrukturen sind ebenso vielfältig wie unübersichtlich – geprägt von einem Nebeneinander subjektiver Erfahrungsberichte, professioneller Informationen und kommerzieller Interessen. Trotz ihrer Relevanz in der Ermöglichung postdigitaler sexual agency bleiben Fragen nach der Qualität, Reichweite und Akteur*innenschaft sexualitätsbezogener Inhalte in der sexualitätsbezogenen Forschung national wie international bislang ebenso randständig wie die Frage nach der Wahrnehmung, Nutzung und Bewertung entsprechender sexualitätsbezogener Inhalte durch junge Menschen.

Auf der empirischen Basis von Videoanalysen, Interviews und Gruppendiskussionen widmen wir uns der Bearbeitung dieser Forschungslücken.

Projektbeteiligte: Alexandra Klein, Lisa Will und Soraya Lebenstedt

Laufzeit: 2025 – 2028

Aktuelle Publikationen und Vorträge aus dem PIGSEA Projekt

Will, L. & Klein, A. (2026). Sexual Agency im Feed? – Ambivalenzen postdigitaler sexueller Bildung. Vortrag auf der Tagung der AG Sexualität und Gesellschaft der DGS am 09. und 10. Juli 2026 an der Hochschule Fulda

Der Vortrag analysiert diskursanalytisch ein virales TikTok-Video zu (emotionalen) Grenzverletzungen in Beziehungen und die darin konstruierte Figur individualisierter Sexual Agency. Die Analyse zeigt die ambivalente Spannung zwischen der produktiven Sichtbarmachung von Gewalt einerseits und der systematischen Ausblendung struktureller Bedingungen (Abhängigkeiten, Ressourcenmangel, Trennungsrisiken) zugunsten einer Individualverantwortung andererseits. Ein Effekt postdigitaler Sichtbarkeitsökonomien, in denen feministische Kritik zugleich strukturentleert wird.

Will, L. (2026). Sexuelle Bildung in postdigitalen Lebenswelten – Nutzer:innenperspektiven auf Chancen und Potenziale von Social Media. DiMe-Sozial, 2(1), 19–39.

Der Artikel rekonstruiert mit einem Fokus auf Chancen und Potenziale, wie junge Erwachsene Social Media zur sexuellen Bildung nutzen. Basierend auf leitfadengestützten Interviews, die mittels Grounded Theory ausgewertet wurden, zeigt sich, dass Social Media als alltäglicher Orientierungs- und Erfahrungsraum fungiert. Lernprozesse entstehen überwiegend inzidentell und sind durch algorithmische Logiken und durch Community-Zugehörigkeit und Selbstreflexion geprägt. Nutzer:innen entwickeln Strategien zum reflektierten Umgang mit Plattform- und Algorithmuslogiken. Zugehörigkeit und Bestärkung entstehen häufig bereits durch passives Mitlesen und Wiedererkennen eigener Erfahrungen.

Klein, A. & Will, L. (2026). Sexuelle Bildung und Social Media. In Klein, A. & Langer, A. (Hrsg.), Sexualität und Pädagogik. Analysen eines Konfliktfeldes. Barbara Budrich

Digitale Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube sind mittlerweile zu bedeutsamen Orten sexueller Bildung avanciert, gleichzeitig bestehen an der Schnittstelle Sozialer Arbeit, Sexualpädagogik und Medienbildung erhebliche Wissenslücken: Wer spricht auf Social Media über Sexualität? In welcher Weise geschieht dies und auf Basis welchen Wissens? Im Folgenden widmen wir uns in einer explorativen Analyse sexualitätsbezogenen TikTok-Inhalten und fokussieren dabei auf die Themenfelder sexuelle Praktiken und Geschlechtskrankheiten. Wir untersuchen, welche Akteur*innen sexualitätsbezogene Bildungsangebote veröffentlichen, welche Wissensbestände auf der Plattform sichtbar werden und wie diese dargestellt werden. Dabei treten Spannungsfelder zwischen Aufklärung und Unterhaltung, zwischen Ermächtigung und Überforderung sowie zwischen Sichtbarkeit und Ausschluss hervor.

Klein, A. & Will, L. (2026). (Post)Digitalität, Sexualität und digitalisierte sexuelle Bildung. In N. Kutscher, T. Ley, U. Seelmeyer, F. Siller, A. Till & I. Zorn (Hrsg.) (Hrsg.), Handbuch Soziale Arbeit und Digitalisierung. (2., überarb. Aufl.) Beltz Juventa

An der Schnittstelle Sozialer Arbeit, Sexualpädagogik und Medienbildung zeigen sich erhebliche Lücken im Wissen über Strukturen und Prozesse postdigitaler sexueller Bildung. Wir beschäftigen uns mit der Frage, welche Bedeutung (post)digitale Medienumgebungen für die Entwicklungsaufgabe Sexualität und die Erarbeitung sexueller Handlungsfähigkeit Jugendlicher haben. Dabei richten wir den Blick sowohl auf klassische als auch auf neu entstandene Ressourcen sexueller Bildung. Darauf aufbauend betrachten wir, wie sich die Struktur, Reichweite und Qualität sexualitätsbezogener Inhalte auf Social Media gestalten und welche Herausforderungen sich aus der Pluralität an Akteur*innen, Inhalten und Plattformlogiken ergeben. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Bedarfe und Perspektiven Heranwachsender sowie die Implikationen für eine professionalisierte sexuelle Bildungsarbeit unter postdigitalen Bedingungen.

Frankfurter Kinderumfrage 2018: Kinder diskutieren Beteiligung im Kindergarten
(2018-2020; gefördert durch die Stadt Frankfurt / Kinderbüro)

Inklusionserleben von Kindern. Evaluation der Modellregion Inklusive Bildung (EMIB)
(2016-2018; gefördert durch die Stadt Frankfurt, Verbundprojekt mit Prof. Dr. Dieter Katzenbach und Prof. Dr. Mirja Silkenbeumer)

Wie erleben Heranwachsende Sexualerziehung? Sexualpädagogik im Spannungsfeld von Geschlecht, Begehren und Milieu (WiSEX)(2016 -2018; gefördert durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst)

Frankfurter Kinderumfrage 2016: Beteiligung von Kindern im Kindergarten
(2016-2018; gefördert durch die Stadt Frankfurt / Kinderbüro)


Kommission Sozialpädagogik in der DGfE

  • Mitorganisatorin der Theorie AG der Kommission Sozialpädagogik in der DGfE
  • Arbeitsgruppe Staatliche Anerkennung der Kommission Sozialpädagogik in der DGfE

Mitgliedschaften 

  • Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE)
  • Gesellschaft für Sexualpädagogik (GSP)
  • Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK)
  • Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)

Gutachten

  • Gender
  • Neue Praxis
  • Soziale Passagen
  • Social Work & Society
  • BMBF Ö
  • Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft

Vorlesung

Seminar

Übung

Kolloquium


SoSe 2026