Projekt Rückkehrinteressierte Migrant*innen (PRIM)

Zielgruppenanalyse für eine
bedarfsorientierte Reintegrationsvorbereitungsstrategie
für rückkehrinteressierte Migrant*innen aus den Herkunftsländern
Ägypten, Afghanistan, Albanien, Gambia, Ghana, Irak, Kosovo, Marokko, Nigeria, Pakistan, Senegal, Serbien und Tunesien

Ziel der von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Auftrag gegebenen Forschung ist die Weiterentwicklung des ganzheitlichen Reintegrationskonzepts für Rückkehrinteressierte und Rückkehrer*innen in Deutschland, das dem transnationalen sozialen Raum, innerhalb dessen sich die Rückkehr vollzieht, gerecht wird. Das lebensweltnahe Konzept soll mit bedarfsorientierten Strategien der Information, Beratung und Reintegrationsvorbereitung in Deutschland den Grundstein für eine erfolgreiche Reintegration im Herkunftsland legen. Hierfür erfolgt eine umfassende Analyse der Bedarfe, Motivationen und Wünsche rückkehrinteressierter Migrant*innen bezüglich Unterstützungsangeboten sowie die Ermittlung des Zugangs zu diesen.

Studieninhalte:

  • Durchführung einer quantitativen Desktop-Studie anhand einer sekundären Datenanalyse (Mapping und Analyse der Zielgruppe)
  • Durchführung einer qualitativen Untersuchung anhand von Interviews mit rückkehrinteressierten Migrant*innen und Vertreter*innen der Träger, die Rückkehrberatung und reintegrationsvorbereitende Maßnahmen durchführen sowie weiteren Unterstützungsakteur*innen aus den Bereichen der Migrationssozialarbeit, der Sozial- und Verfahrensberatung, der Migrant*innenorganisationen und der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit

Im Rahmen des Programms „Perspektive Heimat“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) setzt die GIZ derzeit in 13 Partnerländern und in Deutschland Maßnahmen zur Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Reintegration von rückkehrenden Migrant*innen um. Neben Informations- und Beratungsangeboten liegt der Schwerpunkt des Programms auf Projekten zur Qualifizierung, Beschäftigungs- und Existenzgründungsförderung für Personen, die in ihre Herkunftsländer zurückkehren.

In Deutschland stärkt das Programm die Rückkehrberatungsstruktur im Hinblick auf das Thema Reintegration im Beratungsprozess. So wurden u.a. mittlerweile bundesweit über zwanzig Stellen für „Reintegrationsscouts“ geschaffen, die im Auftrag der GIZ Rückkehrberatungsstellen in Deutschland mit internationaler Expertise und Kontakten in die Herkunftsländer beraten. Auch delegiert die GIZ reintegrationsvorbereitende Maßnahmen an private und zivilgesellschaftliche Träger zur beruflichen Qualifizierung von potentiellen Rückkehrer*innen in Deutschland. Das Online-Portal www.startfinder.de informiert zu Reintegrationsangeboten in den Schwerpunktländern des Programms.

Hier finden Sie den PRIM_Flyer

 

Auftraggeber

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Eschborn

Laufzeit: Januar - Dezember 2019

 

Projektleitung

Dr. Claudia Olivier-Mensah, Projektleitung, Promotion in Sozialpädagogik

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen

Dr. Annemarie Duscha, stellvertretende Projektleitung, Promotion in Sozialpädagogik

Julia Stier, wissenschaftliche Mitarbeiterin, M.A. in Afrikawissenschaften

Laura Jung, studentische Mitarbeiterin, Studium der Sozialen Arbeit + Migration und Globalisierung

Brit Helen Meier, studentische Mitarbeiterin, B.A. in Germanistik und Kultur- und Sozialanthropologie

David Samhammer, studentischer Mitarbeiter, B.A. in Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt interkulturelle Beziehungen

 

Externer Berater

Valentin Feneberg, externer Berater, M.A. in Sozialwissenschaften

 

Publikationen

Feneberg, V. (2019): „Perspektive Heimat“? Die neue Verbindung von Entwicklungspolitik und Rückkehrmaßnahmen für abgelehnte Asylsuchende. Netzwerk Fluchtforschung. (03.03.2019).

Feneberg, V. (2018): „Ich zwinge niemanden, freiwillig zurück zu gehen.“ Die institutionelle Umsetzung der Politik der geförderten Rückkehr durch staatliche und nicht-staatliche Akteure. Humboldt-Universität Berlin. Unveröffentlichte Masterarbeit.

Olivier-Mensah, C. (2018): Refugee social work positioned between transnationalisation, state services and volunteering. A review from the German context. In: Feischmidt, M./Pries, P./Cantat, C. (Hrsg.): Refugee protection and civil society in Europe. Basingstoke: Palgrave Macmillan, S. 353-378.

Feneberg, V./Olivier-Mensah, C. (2018): Gute Rückkehrpolitik braucht gute Rückkehrberatung. Empfehlungen zu ihrer Gestaltung. BICC Policy Brief 7. https://www.bicc.de/uploads/tx_bicctools/BICC_Policy_Brief_7_2018.pdf

Olivier-Mensah, C. (2017): TransREmigration. Rückkehr im Kontext von Transnationalität, persönlichen Netzwerken und Sozialer Arbeit. Bielefeld: transcript.

Olivier-Mensah, C./Scholl-Schneider, S. (Hrsg.) (2016): Themenheft: Transnational return? Family constellations, expectations and negotiations in remigration. In: Transnational Social Review. A Social Work Journal 6 [1] (peer reviewed).

Olivier-Mensah, C. (2016): Vernetzt, eingebettet, handlungsfähig? Soziale Unterstützung und Belastungen in sozialen Netzwerken. In: Homfeldt, H. G./Schröer, W./Graß-hoff, G. (Hrsg.): Internationale Soziale Arbeit. Grenzüberschreitende Verflechtungen, globale Herausforderungen und transnationale Perspektiven. Weinheim/Basel: Beltz Juventa, S. 113-121.

Olivier, C. (2013): Brain Gain oder Brain Clash? Implizites transnationales Wissen im Kontext von Rückkehr-Migration. In: Bender, D. /Duscha, A. /Huber, L. /Klein-Zimmer, K. (Hrsg.): Transnationales Wissen und Soziale Arbeit. Weinheim/München: Juventa, S. 181-205.

Olivier, C. (2013): Return migration and transnational engagement – Reflections on the “brain gain for Africa”. In: Transnational Social Review. A Social Work Journal 3 [1], S. M13-M19.

Herz, A./Olivier, C. (Hrsg.) (2013): Transmigration und Soziale Arbeit – ein öffnender Blick auf Alltagswelten. Grundlagen der Sozialen Arbeit. Hohengehren: Schneider (peer reviewed).

Olivier, C. (2011): Transnationalisierung und Entwicklung: Zirkuläre soziale Transfers als Voraussetzung „erfolgreicher“ Rückkehr. In: Baraulina, T. /Kreienbrink, A. /Riester, A. (Hrsg.): Potenziale der Migration zwischen afrikanischen Ländern und Deutschland. Beiträge zu Migration und Integration Band 2. Nürnberg: BAMF, S. 314-349.