Lisa Will, M.A.
Institut für Erziehungswissenschaft
AG Sozialpädagogik


Georg Forster-Gebäude
Jakob-Welder-Weg 12
Raum 02.409
55128 Mainz

Tel.: +49 6131 39-31632
E-Mail


Forschungsinteressen / Arbeitsschwerpunkte

  • Sexualität und (digitalisierte) sexuelle Bildung
  • (Post)Digitalität und Social Media
  • Soziale Ungleichheit im Kontext sexueller Bildung
  • Lebensphase Jugend und junges Erwachsenenalter
  • Qualitative Forschungsmethoden

Sprechstunden Vorlesungszeit/vorlesungsfreie Zeit

Sprechstunden mit vorheriger Vereinbarung per Mail: lwill@uni-mainz.de


Berufliche Erfahrung

10/2026
Forschungsaufenthalt an der Universitat de València, Spanien. Gefördert durch ein Forschungsstipendium der JGU.

Seit 12/2024
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Erziehungswissenschaft, AG Sozialpädagogik, Schwerpunkt Heterogenität und Diversität, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

11/2021 – 03/2024
Studentische Hilfskraft am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft sowie Institut für Sozialpädagogik & Erwachsenenbildung, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Ausbildung & Studium

04/2021 – 03/2024
Masterstudium der Erziehungswissenschaft, Studienschwerpunkt: Sozialpädagogik, Goethe-Universität Frankfurt am Main (Abschluss mit Auszeichnung)

10/2022 – 03/2024
Förderung durch das Deutschlandstipendium

04/2018 – 03/2021
Bachelorstudium der Erziehungswissenschaft mit Beifach Soziologie (Zwei-Fächer Bachelor of Arts), Studienschwerpunkt: Sozialpädagogik & Allgemeine ErWi, Johannes Gutenberg-Universität Mainz


Will, L. (in Vorbereitung). Sexual Agency im Feed? Ambivalenzen postfeministischer Empowerment-Diskurse zu Sexualität, Liebe und Beziehung auf TikTok.

Will, L. (in Vorbereitung). Sexualitätsbezogene Social-Media-Forschung unter postdigitalen Bedingungen. Methodologische und forschungsethische Reflexionen.

Will, L. (2026). Sexuelle Bildung in postdigitalen Lebenswelten – Nutzer:innenperspektiven auf Chancen und Potenziale von Social Media. DiMe-Sozial, 2(1), 19–39.

Klein, A. & Will, L. (2026). Sexuelle Bildung und Social Media. In A. Klein & A. Langer (Hrsg.), Sexualität und Pädagogik. Analysen eines Konfliktfeldes. Barbara Budrich.

Klein, A. & Will, L. (2026). (Post)Digitalität, Sexualität und digitalisierte sexuelle Bildung. In N. Kutscher, T. Ley, U. Seelmeyer, F. Siller, A. Till & I. Zorn (Hrsg.), Handbuch Soziale Arbeit und Digitalisierung. (2., überarb. Aufl.) Beltz Juventa.

Richter, S., Schmidt, S., Will, L. & Stindl, X. (2025). Rückkehr in Präsenz – Belastungserleben von Studierenden im Übergang. die hochschullehre, 11(34), 455-469. https://doi.org/10.3278/HSL2534W

Ramm-Traoré, M., Richter, S. & Will, L. (2023). Studieren auf Distanz. Entfremdung und Beratungsbedarfe in Folge der Coronapandemie. Hessische Blätter für Volksbildung, 4/2023, 20-31. https://doi.org/10.3278/HBV2304W003


Laufende Forschungsprojekte

Seit 2025 kumulatives Dissertationsprojekt – „Sexuelle Bildung auf Social Media. Plattformen und Perspektiven junger Menschen  – Dynamiken, Herausforderungen und Potenzialen im postdigitalen Zeitalter (Arbeitstitel)

Das Dissertationsprojekt untersucht sexualitätsbezogene Bildungsangebote auf Social Media vor dem Hintergrund einer postdigitalen Lebenswelt, in der analoge und digitale Sozialisationsorte zunehmend verschmelzen. Ausgangspunkt ist die Relevanz sozialer Medien als zentrale Orte sexueller Sozialisation bei gleichzeitig bestehenden Lücken schulischer und familiärer Aufklärung und einer heterogenen, teils widersprüchlichen Angebotslage. Das Erkenntnisinteresse richtet sich darauf, wie die digitale sexualitätsbezogene Bildungslandschaft strukturiert ist (Plattform- und Inhaltsebene) und wie junge Menschen diese Inhalte erschließen und in ihre Sexual Agency integrieren (Nutzer*innenebene). Theoretisch wird Sexual Agency als relationale, situativ hervorgebrachte Kapazität in algorithmisch strukturierten Umgebungen konzeptualisiert. Postdigitalität dient als methodologisches Konzept zur Analyse dieser mediatisierten Sozialisationsprozesse. Das Projekt verfolgt ein Mixed-Methods-Design, das den beiden Analysebenen (1. Plattform- und Inhaltsebene, 2. Nutzer*innenebene) gerecht wird. Die Auseinandersetzung mit den spezifischen Inhalten erfolgt sowohl inhaltsanalytisch als auch diskursanalytisch. Die Nutzer*innenperspektive wird mittels leitfadengestützten Interviews mit jungen Erwachsenen, ausgewertet nach Grounded Theory erschlossen. Zusätzlich leistet die Dissertation einen methodologischen Beitrag zu Forschungsethik und Forschungspraxis im Kontext sexualitätsbezogener Social Media Forschung.


Postdigital Sexual Agency (PIGSEA)

Digitalität und Sexualität unterliegen nicht nur gesellschaftlichen Wandlungsprozessen, sondern sind gerade auch in ihrer Verwobenheit Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzungen und fachlicher Interventionen (vgl. Klein 2017, Klein / Schweitzer 2022). In den Lebensrealitäten junger Menschen sind digitale Medien mittlerweile zu einem selbstverständlichen Teil sexueller Sozialisation avanciert. Dabei amalgamieren sich sexualitätsbezogene Grenzverletzungs- und Selbstbestimmungspotenziale in neuartiger Weise. Gleichzeitig bildet die Aufmerksamkeit auf solcherart postdigitale Lebensrealitäten im Ringen um sexuelle Handlungsfähigkeit gegenwärtig ein Desiderat an den Schnittstellen sexual-, medien- und sozialpädagogischer Nutzungsforschung, so dass wir bislang weder über differenziertes Wissen über digitale, sexualitätsbezogene Angebotsstrukturen noch über entsprechende Nutzungs- und Aneignungspraktiken verfügen. Sexualitätsbezogene Angebote digitaler Infrastrukturen sind ebenso vielfältig wie unübersichtlich – geprägt von einem Nebeneinander subjektiver Erfahrungsberichte, professioneller Informationen und kommerzieller Interessen. Trotz ihrer Relevanz in der Ermöglichung postdigitaler sexual agency bleiben Fragen nach der Qualität, Reichweite und Akteur*innenschaft sexualitätsbezogener Inhalte in der sexualitätsbezogenen Forschung national wie international bislang ebenso randständig wie die Frage nach der Wahrnehmung, Nutzung und Bewertung entsprechender sexualitätsbezogener Inhalte durch junge Menschen.

Auf der empirischen Basis von Videoanalysen, Interviews und Gruppendiskussionen widmen wir uns der Bearbeitung dieser Forschungslücken.

Projektbeteiligte: Alexandra Klein, Lisa Will und Soraya Lebenstedt

Laufzeit: 2025 – 2028

Aktuelle Publikationen und Vorträge aus dem PIGSEA Projekt

Will, L. & Klein, A. (2026). Sexual Agency im Feed? – Ambivalenzen postdigitaler sexueller Bildung. Vortrag auf der Tagung der AG Sexualität und Gesellschaft der DGS am 09. und 10. Juli 2026 an der Hochschule Fulda

Der Vortrag analysiert diskursanalytisch ein virales TikTok-Video zu (emotionalen) Grenzverletzungen in Beziehungen und die darin konstruierte Figur individualisierter Sexual Agency. Die Analyse zeigt die ambivalente Spannung zwischen der produktiven Sichtbarmachung von Gewalt einerseits und der systematischen Ausblendung struktureller Bedingungen (Abhängigkeiten, Ressourcenmangel, Trennungsrisiken) zugunsten einer Individualverantwortung andererseits. Ein Effekt postdigitaler Sichtbarkeitsökonomien, in denen feministische Kritik zugleich strukturentleert wird.

Will, L. (2026). Sexuelle Bildung in postdigitalen Lebenswelten – Nutzer:innenperspektiven auf Chancen und Potenziale von Social Media. DiMe-Sozial, 2(1), 19–39.

Der Artikel rekonstruiert mit einem Fokus auf Chancen und Potenziale, wie junge Erwachsene Social Media zur sexuellen Bildung nutzen. Basierend auf leitfadengestützten Interviews, die mittels Grounded Theory ausgewertet wurden, zeigt sich, dass Social Media als alltäglicher Orientierungs- und Erfahrungsraum fungiert. Lernprozesse entstehen überwiegend inzidentell und sind durch algorithmische Logiken und durch Community-Zugehörigkeit und Selbstreflexion geprägt. Nutzer:innen entwickeln Strategien zum reflektierten Umgang mit Plattform- und Algorithmuslogiken. Zugehörigkeit und Bestärkung entstehen häufig bereits durch passives Mitlesen und Wiedererkennen eigener Erfahrungen.

Klein, A. & Will, L. (2026). Sexuelle Bildung und Social Media. In Klein, A. & Langer, A. (Hrsg.), Sexualität und Pädagogik. Analysen eines Konfliktfeldes. Barbara Budrich

Digitale Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube sind mittlerweile zu bedeutsamen Orten sexueller Bildung avanciert, gleichzeitig bestehen an der Schnittstelle Sozialer Arbeit, Sexualpädagogik und Medienbildung erhebliche Wissenslücken: Wer spricht auf Social Media über Sexualität? In welcher Weise geschieht dies und auf Basis welchen Wissens? Im Folgenden widmen wir uns in einer explorativen Analyse sexualitätsbezogenen TikTok-Inhalten und fokussieren dabei auf die Themenfelder sexuelle Praktiken und Geschlechtskrankheiten. Wir untersuchen, welche Akteur*innen sexualitätsbezogene Bildungsangebote veröffentlichen, welche Wissensbestände auf der Plattform sichtbar werden und wie diese dargestellt werden. Dabei treten Spannungsfelder zwischen Aufklärung und Unterhaltung, zwischen Ermächtigung und Überforderung sowie zwischen Sichtbarkeit und Ausschluss hervor.

Klein, A. & Will, L. (2026). (Post)Digitalität, Sexualität und digitalisierte sexuelle Bildung. In N. Kutscher, T. Ley, U. Seelmeyer, F. Siller, A. Till & I. Zorn (Hrsg.) (Hrsg.), Handbuch Soziale Arbeit und Digitalisierung. (2., überarb. Aufl.) Beltz Juventa

An der Schnittstelle Sozialer Arbeit, Sexualpädagogik und Medienbildung zeigen sich erhebliche Lücken im Wissen über Strukturen und Prozesse postdigitaler sexueller Bildung. Wir beschäftigen uns mit der Frage, welche Bedeutung (post)digitale Medienumgebungen für die Entwicklungsaufgabe Sexualität und die Erarbeitung sexueller Handlungsfähigkeit Jugendlicher haben. Dabei richten wir den Blick sowohl auf klassische als auch auf neu entstandene Ressourcen sexueller Bildung. Darauf aufbauend betrachten wir, wie sich die Struktur, Reichweite und Qualität sexualitätsbezogener Inhalte auf Social Media gestalten und welche Herausforderungen sich aus der Pluralität an Akteur*innen, Inhalten und Plattformlogiken ergeben. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Bedarfe und Perspektiven Heranwachsender sowie die Implikationen für eine professionalisierte sexuelle Bildungsarbeit unter postdigitalen Bedingungen.


Abgeschlossene Forschungsprojekte

2022-2023

Studieren in Einsamkeit und Freiheit. Übergänge und Beratungsbedarfe Online und in Präsenz (StudEF). Unter der Leitung von Prof. Dr. Sophia Richter (PH Vorarlberg), in Kooperation mit Dr. Sarah Schmidt (Goethe-Universität Frankfurt am Main), gefördert durch das Methodenzentrum Sozialwissenschaften.


Mitgliedschaften

Assoziierte Mitgliedschaft der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (Sektion Sozialpädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit sowie Sektion Medienpädagogik)

Mitgliedschaft bei der Gesellschaft für Sexualpädagogik e.V. (gsp)

Vorträge und Workshops

07/2026: Vortrag mit dem Titel: “Sexual Agency im Feed? – Ambivalenzen postdigitaler sexueller Bildung“ auf der Tagung der AG Sexualität und Gesellschaft der DGS am 09. Und 10. Juli 2026 an der Hochschule Fulda (gemeinsam mit Prof. Dr. Alexandra Klein)

09/2025: Internationaler Vortrag mit dem Titel „Sexual Education on Social Media: Exploring Platforms and Youth Perspectives Regarding Dynamics, Challenges, and Potentials in the Postdigital Era” auf der 21. PhD-Konferenz TiSSA (The International Social Work & Society Academy) in Porto, Portugal

06/2025: Leitung des Workshops „LGBTIQ+ im Einrichtungsalltag“ auf der Beteiligungswerkstatt des LJHR Rheinland-Pfalz in Trier


Seminar

Projektseminar


SoSe 2026