Projekte

Die DDR im sozialen Gedächtnis der zweiten Generation der "DDR-Kinder aus Namibia"

Förderinstitution: Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Laufzeit: seit 2018

Projektleitung: Matthias D. Witte

Projektmitarbeiter/in: Caroline Schmitt, Karin Müller

Inklusives Studieren bei Blindheit und Sehbeeinträchtigung

Laufzeit: 01.01.2015 bis 30.06.2016

Projektleitung: Prof. Dr. Wolfgang Seitter, Sabine Lauber-Pohle
Finanzierung: Gefördert durch das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (Studienstrukturprogramm)

Kurzbeschreibung: Inklusion an Universitäten und Hochschulen ist bislang wenig untersucht und entwickelt. Die Philipps-Universität Marburg (UMR) ist, u.a. aufgrund des Standortes der Deutschen Blindenstudienanstalt (blista), in eine städtische Infrastruktur eingebunden, die auf die speziellen Bedarfe und Bedürfnisse von Menschen mit Blindheit und Sehbeeinträchtigung eingestellt ist. Die Gruppe blinder oder sehbeeinträchtigter Studierender bildet auch quantitativ die größte Gruppe der Studierenden mit Beeinträchtigung an der Hochschule. Organisatorisch ist die UMR dabei durch eine Reihe von spezifischen Beratungs- und Unterstützungsangeboten bereits in vielerlei Hinsicht auf die Bedürfnisse dieser Studierenden eingestellt. Die inklusive studienverlaufsbezogene Ausgestaltung und Vernetzung der bereits bestehenden Unterstützungsmaßnahmen ist allerdings bislang weder auf zentraler Universitäts- noch auf dezentraler Fachbereichsebene systematisch bearbeitet worden.
Das Projekt fokussiert daher die umfassende und systematische Bestandsaufnahme aller infrastrukturellen und zielgruppenbezogenen Beratungs- und Unterstützungsaktivitäten an der UMR. Über Experteninterviews werden hierbei sowohl die Perspektiven der NutzerInnen als auch die Perspektiven der FachexpertInnen innerhalb der UMR einbezogen. Ergänzt wird dies durch eine umfassende themenbezogene Literaturauswertung, die Analyse universitätsexterner Beispiele sowie die Identifikation lokal-regional bedeutsamer Akteure im Studienverlauf. Herausforderungen einer studienverlaufsbezogenen Vernetzung werden identifiziert, konkrete handlungsunterstützende Maßnahmen daraus abgeleitet und konzipiert, um im Sinne blinder und sehbeeinträchtigter Studierender eine inner- und interorganisatorische Vernetzung voranzutreiben und den Hochschulstandort Marburg in einer inklusiven Perspektive weiterführend zu profilieren.

Inklusive Altenbildung im Kontext evangelischer Einrichtungen

Laufzeit: 01.06.2014-28.02.2015

Projektleitung: Zentrum Bildung der Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau (EKHN) – Heike Wilsdorf und Martin Erhardt sowie Philipps-Universität Marburg – Prof. Dr. Wolfgang Seitter

Finanzierung: gefördert durch das Hessische Kultusministerium

Kurzbeschreibung: Die Bildungsarbeit mit älteren Menschen steht gegenwärtig, besonders auch im Kontext der Kirche, vor neuen und großen Herausforderungen. Zum einen bringt der demografische Wandel einen deutlichen Zuwachs der älteren Kohorten mit sich, zum anderen verlängert sich die Lebensspanne aufgrund des medizinisch-technischen Fortschritts, bewussteren Ernährungsverhaltens, etc. zunehmend. Gleichzeitig beginnt sich das Alter, gerade auch bedingt durch seine quantitative Zunahme und Verlängerung, auszudifferenzieren in unterschiedliche Phasen, in individualisierte nachberufliche Entwicklungs- und Teilhabepräferenzen, in milieuspezifische Lebenslagen mit je vom Individuum abhängigen Unterschieden. Mit dem demografischen Wandel und den damit verbundenen Entwicklungen haben sich auch gesellschaftliche und individuelle Vorstellungen vom Alter und Altern verändert. Statt einer Defizitorientierung in Altersbildern lässt sich zunehmend eine Kompetenzorientierung konstatieren, bei der die Ressourcen und Chancen des Alters in den Vordergrund gerückt werden, wie z.B. im Bereich des ehrenamtlichen Engagements. Ressourcen- und kompetenzorientierte Altersbilder implizieren jedoch eine ambivalente Gleichzeitigkeit von gesellschaftlichen Beteiligungsmöglichkeiten auf der einen Seite, aber auch lern- und beteiligungsbezogenen Zumutungen und hohen Erwartungen an ältere Menschen auf der anderen Seite.
Im Kontext dieser Entwicklungen gewinnt besonders auch die kirchliche Bildungsarbeit mit älteren Menschen sowohl aus der am Individuum orientierten, adressatenbezogenen als auch der organisationsbezogenen Perspektive an Bedeutung. Um der Differenzierung und Verlängerung der Lebensphase Alter und gleichzeitig der Heterogenität der Zielgruppe älterer Menschen gerecht zu werden, stellt sich also die Frage, wie eine umfassende, gleichwohl differenzierende und individualisierende – und im Sinne dieses Dreiklangs inklusive – Bildungsarbeit (im kirchlichen Kontext) gelingen kann.
Ziel des Projekts ist es, Konzepte und Möglichkeiten inklusiver kirchlicher Bildungsarbeit mit älteren Menschen zu eruieren, Entwicklungsherausforderungen für die kirchliche Bildungsarbeit zu identifizieren und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Dazu wird zunächst der aktuelle Stand der Wissenschaft in relevanten Disziplinen mit Blick auf die Bildungsarbeit mit Älteren und in Bezug auf die Heterogenität dieser Zielgruppe umrissen. Durch Internetrecherchen und ExpertInneninterviews werden bereits vorhandene Praxiserfahrungen von evangelischen Einrichtungen erhoben und systematisiert. Abschließend werden Handlungsempfehlungen erarbeitet mit Blick auf den Adressaten- und den Organisationsbezug kirchlicher Bildungsarbeit mit Älteren.

Ergebnisse: Hardebusch, Karin (2016): Diversitätsorientierte Bildung im Alter. Selbstorganisierte Bildungsarbeit in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Wiesbaden: Springer VS.