Aktuelle Forschungsprojekte

DFG-Graduiertenkolleg 1474 „Transnationale Soziale Unterstützung“ (2008-2017)

Angesichts globaler Entwicklungen können die zukünftigen Herausforderungen sozialer Hilfe nicht mehr allein durch nationalgesellschaftlich orientierte Unterstützungsbeziehungen und -strukturen bearbeitet werden. Das Graduiertenkolleg ist darum auf die empirische Untersuchung Transnationaler Sozialer Unterstützung ausgerichtet. In der Sozialen Unterstützungsforschung sind transnationale Konstellationen bisher kaum erforscht.
Der Forschungsfokus richtet sich dabei auf Unterstützungsherausforderungen und -prozesse im Kontext von Transmigration sowie auf die Rahmung und Initiierung von Sozialer Unterstützung durch Transnationale Organisationen. Diese Forschungsfelder sollen in Bezug auf drei zentrale Forschungsbereiche – „Transnational Family Care“, „Transnational Networks“ und „Transnational Professional Support“ – untersucht werden. Im Anschluss an die Soziale Unterstützungsforschung gilt es in diesen Forschungsbereichen soziale Prozesse und Konstellationen zur Stärkung der Handlungsmächtigkeit der Akteure (agency) zu analysierenFinanziert durch: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
http://www.transsos.com

Transnationalisierung von Langzeitpflege-Regimes im Alter: Deutschland und Holland im Vergleich

Durch die schnell ansteigende Zahl älterer und sehr alter Menschen in westlichen Gesellschaften, ist die Langzeitpflege im Alter zu einer der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen geworden. Im Zuge dieser Entwicklung lässt sich eine zunehmende Transnationalisierung von Langzeitpflege-Regimes beobachten. So sind z.B. in vielen Ländern migrantische Pflegearbeiterinnen zu einem wichtigen Akteur im Wohlfahrtsdreieck von Staat, Markt und Familie geworden. Das Forschungsprojekt wendet sich diesen Arrangements zu, in denen die Pflege älterer Menschen in Privathaushalten mit Hilfe migrantischer Haushaltsarbeiterinnen organisiert wird. Mit Deutschland und Holland vergleicht es zwei Länder mit sehr unterschiedlichen Langzeitpflege-Regimes und Traditionen. Das Projekt setzt sich die Analyse der sozialpolitischen Faktoren zur Entstehung und Verstetigung dieser grenzüberschreitenden Pflegearrangements zum Ziel und fragt insbesondere nach der Gestaltung des Pflegealltags, der in seiner Bedeutung für die gepflegten alten Menschen analysiert werden soll.

Das Forschungsprojekt läuft vom 01.04.2016 bis zum 31.03.2019 und wird im Verbund mit der Universität Nijmegen durchgeführt. Finanziert wird es aus Mitteln der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) und der Netherlands Organization for Scientific Research (NWO) im Rahmen des open research area (ORA) Programms.

Projektleitung: Prof. Dr. Cornelia Schweppe und Prof. Dr. Anita Böcker
Wissenschaftliche MitarbeiterInnen: Dr. María Bruquetas Callejo und Dr. Vincent Horn

Altersmobilität nach Thailand. Vom Sextourismus zum transnationalen Raum des Lebens im Alter

Das Projekt wendet sich Mobilitätsprozessen älterer Menschen aus deutschsprachigen Ländern (aus Deutschland und der Schweiz) nach Thailand zu. Die Ausprägungen dieser Mobilitäten sind breit gefächert. Sie reichen von regelmäßigen kürzeren Aufenthalten in Thailand, über vielfältige Formen der Pendelmigration bis hin zur permanenten Verlagerung des Lebensmittelpunktes nach Asien. Im Gegensatz zu anderen bislang im Fokus der Forschung stehenden Mobilitätsbewegungen im Alter unterscheiden sie sich insbesondere dadurch, dass es sich um männliche, d.h. um geschlechtsspezifische Mobilitätsbewegungen handelt. Diese sind oft und in verschiedenster Weise mit dem thailändischen Prostitutionsmilieu verbunden. Im Rahmen des Projekts gehen wir dem Lebensalltag dieser männlichen Akteure in Thailand nach und beschäftigen uns mit den sozialen, finanziellen und emotionalen Implikationen des Lebens im Alter in diesem transnationalen Raum. Methodisch ist das Projekt ethnographisch angelegt und kombiniert unterschiedliche Formen qualitativer Interviews, teilnehmende Beobachtungen und Dokumentenanalysen.

Das Projekt wird durch das Gutenberg Forschungskolleg finanziert und ist Teil des Forschungsclusters „Transnational Aging“ bzw. „Transnationales Alter(n)“

Laufzeit: 2015 bis 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Cornelia Schweppe
Projektmitarbeiterinnen: Dipl. Päd./Dipl. Soz. Désirée Bender und Sonja Großmann M.A.

Moving elderly care abroad - Neue Formen des Alter(n)s und der Pflege?

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gerät in den letzten Jahren in den öffentlichen Medien ein Phänomen in den Blick, das wissenschaftlich bislang noch kaum untersucht wurde: Aus deutschsprachigen Ländern migrieren ältere, darunter betreuungs- und pflegebedürftige Menschen ins Ausland, um dort in speziell für sie eingerichteten Institutionen zu leben. In diesen Einrichtungen werden Betreuungs- und Pflegearrangements entworfen, die bestehende Kritiken an den Pflegesystemen im deutschsprachigen Raum (Stichwort „Pflegenotstand“) aufgreifen und durch günstigere Preise, bessere Personalausstattungen, ganzheitliche Pflegekonzepte und einer individualisierten 24-Stunden Pflege Alternativen anbieten. Am Beispiel von Thailand und Polen werden in dem Projekt die Entstehungszusammenhänge dieser Einrichtungen, die Beweggründe der (migrierenden) Bewohnerinnen und Bewohner bzw. ihrer Angehörigen und die Lebensbedingungen vor Ort verfolgt. Betrachtet werden insbesondere die Organisation und Herstellung von Pflege im Einrichtungsalltag, die Gestaltungsoptionen des Alter(n)s und die zu bewältigenden Übergänge, die das Leben in diesen Einrichtungen für Deutschsprachige im Ausland nötig macht und bietet. Die Studie ist ethnografisch angelegt und wird mithilfe teilnehmender Beobachtungen, qualitativer Interviews und Dokumentenanalysen durchgeführt.

Finanziert durch: Gutenberg Forschungskolleg
Laufzeit: 2014-2017
Projektleitung: Prof. Dr. Cornelia Schweppe
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen: Dr. Désirée Bender, Sonja Grossmann, M.A. und Dr. Tina Hollstein

Publikationen:
Bender, D./Hollstein, T./Horn, V./Schweppe, C. (2016): "Moving (for) Elder Care Abroad": The Fragile Promises of Old-Age Care Facilities for Elderly Germans in Thailand. In: Horn, V./Schweppe, C. (eds): Transnational Aging: Current Insights and Future Challenges. Routledge: New York/London, S.163-177.
Bender, D./Hollstein, T./Schweppe, C. (2015): Alt werden im ‚Land des Lächelns‘. Alteneinrichtungen für deutschsprachige Ältere in Thailand und ihre globalen Verflechtungszusammenhänge. In: Soziale Passagen. Journal für Empirie und Theorie Sozialer Arbeit, 7. Jg., Heft 1, S. 131-144.
Bender, D. (2015): ,Doing discourse for moving care recipients'. Pflegeheime für deutschsprachige demenzkranke Menschen in Thailand ,salonfähig' machen. In: ZQF 1/2015, S. 73-98.
Bender, D./Hollstein, T./Horn, V./Huber, L./Schweppe, C. (2014): Old-age care facilities and care-seeking elderly on the move. In: Transnational Social Review – A Social Work Journal, Heft 2/3, S. 290-293.

Transnationales Aufwachsen in Kenia. Tourist_innen als neue Unterstützungsakteur_innen und Sorgeträger_innen im Leben von Kindern

Das Projekt wendet sich einer bislang unerforschten grenzüberschreitenden Aufwachskonstellation von Kindern zu. Es geht um Konstellationen, in denen Kinder in ärmeren Ländern unter Beteiligung von Menschen aus dem Ausland, insbesondere aus „reicheren (Industrie)nationen“, aufwachsen. Hinweise auf solche Konstellationen sind vor allem in stark vom internationalen Tourismus frequentierten Regionen in „Ländern des globalen Südens“ zu finden. Diese Konstellationen entstehen dadurch, dass Eltern vor Ort längerfristige Beziehungen mit Menschen aus reicheren Ländern eingehen, die sich tourismusbed
ingt dort aufhalten oder längerfristig vor Ort leben. Dezidierte Hinweise hierzu lassen sich an der Südküste Kenias finden. Die Entwicklung von längerfristigen Beziehungen zu Tourist_innen sind Teil der Überlebensstrategien der lokalen Bevölkerung zur Verbesserung der Aufwachsbedingungen ihrer Kinder, sei es um hierbei finanziell unterstützt zu werden, den Kindern eine bessere Schulausbildung zu ermöglichen oder ihnen zukünftig Migrationsmöglichkeiten in ein anderes Land zu eröffnen. Das Projekt fragt nach der Bedeutung dieser Beziehungskonstellationen für das Aufwachsen von Kindern in dieser Region.

Erste Hinweise zeigen, dass Kenia kein Einzelfall ist. Implizit wird hierauf in Studien zum (Prostitutions)tourismus, z.B. in Mittelamerika und Südostasien, hingewiesen. Durch die systematische Analyse dieser Aufwachskonstellationen in Kenia will das Projekt entsprechend auch zur Öffnung und Etablierung dieses Forschungsgebietes beitragen, das, so deutet sich an, weitreichende Bedeutungen für das Aufwachsen von Kindern in Ländern des „globalen Südens“ impliziert.

Förderinstitution bis August 2017: Universität Mainz
Projektleitung: Prof. Dr. Cornelia Schweppe
Projektmitarbeiterin: Dr. Njeri Chege

Das Ausland als sozialpädagogisches Konzept für benachteiligte Jugendliche im Übergang in den Arbeitsmarkt. Eine Analyse des Programms „Integration durch Austausch“

Leitung: Prof. Dr. Cornelia Schweppe
Mitarbeiterin: Dipl. Päd. Nele Sieker
Finanziert durch: Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Erziehungswissenschaft

Kuba – eine transnationale Gesellschaft im Übergang. Herausforderungen für die Internationale Migrations- und Transnationalitätsforschung

Finanziert durch: Gutenberg Forschungskolleg

Doktorandengruppe „Transnationale Soziale Unterstützung im Alter“

Förderinstitution: Gutenberg Nachwuchskolleg der Johannes Gutenberg-Universität Mainz,
Laufzeit: 2018-2020);
Sprecherin: Cornelia Schweppe;
MitantragstellerInnen: Heike Drotbohm (Institut für Ethnologie und Afrikastudien), Matthias D. Witte

_________________________________

Abgeschlossene Forschungsprojekte
_________________________________

Jugend in der Konsumgesellschaft

Leitung: Prof. Dr. Cornelia Schweppe
Mitarbeiterinnen: Dr. Andrea Braun, Dipl. Päd. Natasa Kranz-Kuljic, Dipl. Päd. Nele Sieker
finanziert durch: private Stiftung (2013-2015)

Jugend und Schulden

Leitung: Prof. Dr. Cornelia Schweppe
Mitarbeiterinnen: Dipl. Päd. Vera Lanzen, Dr. Joachim Wenzel
finanziert durch: Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demographie des Landes Rheinland-Pfalz (2012-2015)

Adressatenforschung in der Jugendhilfe

Leitung: Prof. Dr. Gunther Graßhoff und Prof. Dr. Cornelia Schweppe
Mitarbeiterinnen: Laura Paul, Stéphanie-Aline Yeshurun
finanziert durch: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (2011-2014)

Migration und Armut: Entstehung und Bewältigung im transnationalen Raum

Teilprojekt des Forschungsclusters „Gesellschaftliche Abhängigkeiten und soziale Netzwerke“ (Universität Mainz/Trier)

Leitung: Prof. Dr. Cornelia Schweppe
Mitarbeiterinnen: Dipl. Päd., Dipl. Soz. Désirée Bender; Dipl. Päd. Tina Hollstein; Dipl. Päd. Lena Huber
finanziert durch: Ministerium für Bildung, Wissenschaft Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz (2010-2013)

Transnational Family Care

DoktorandInnengruppe finanziert durch: „PRO Geistes- und Sozialwissenschaften“ der Universität Mainz (2009-2012)

Armutsbewältigung unter Bedingungen der Migration

Teilprojekt des Forschungsclusters „Gesellschaftliche Abhängigkeiten und soziale Netzwerke“ (Universität Mainz/Trier)

Leitung: Prof. Dr. Cornelia Schweppe
Mitarbeiterinnen: Dipl. Päd., Dipl. Soz. Désirée Bender; Dipl. Päd. Tina Hollstein; Dipl. Päd. Lena Huber
finanziert durch: Ministerium für Bildung, Wissenschaft Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz (2006-2009)

Leiterin der Forschungs- und Dokumentationsstelle für Verbraucherinsolvenz und Schuldnerberatung – Schuldnerfachberatungszentrum (SFZ) (2004-2015)

finanziert durch: Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demographie des Landes Rheinland-Pfalz