Abgeschlossene Forschungsprojekte

Jugend und Schulden

Jugendliche und junge Erwachsene geraten immer häufiger in Überschuldung. Die Hintergründe und Zusammenhänge für diese Prozesse sind komplex und bislang wenig erforscht. Der Forschungsstand zu diesem wichtigen Themenfeld ist dabei so gering, dass darauf aufbauend kaum fachlich fundierte Interventions- und Präventionsansätze entwickelt werden können. Diese Lücke will der Arbeitsbereich Jugend und Schulden schließen. Zum einen werden dabei die bereits existierenden Daten, Studien und Hilfekonzepte gesammelt, dokumentiert und ausgewertet und zum anderen sollen fehlende Forschungsprojekte umgesetzt und initiiert werden. Darauf aufbauend werden vorhandene Interventions- und Präventionskonzepte ergänzt und neue noch fehlende Ansätze entwickelt. Die bereits vorhandenen und noch zu entwickelnden Hilfekonzepte sollen in überregionalen Netzwerken und lokalen Kooperationsstrukturen verankert werden. Eine enge Verzahnung und der Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis ist dabei konzeptionell angelegt, so dass die Kompetenzen und Erfahrungen der Professionellen einfließen können und die Forschungsergebnisse unmittelbar in die Praxis eingebracht werden, im Sinne eines zirkulären Prozesses.

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DFG-Graduiertenkolleg 1474 "Transnationale Soziale Unterstützung"

Angesichts globaler Entwicklungen können die zukünftigen Herausforderungen sozialer Hilfe nicht mehr allein durch nationalgesellschaftlich orientierte Unterstützungsbeziehungen und -strukturen bearbeitet werden. Das Graduiertenkolleg ist darum auf die empirische Untersuchung Transnationaler Sozialer Unterstützung ausgerichtet. In der Sozialen Unterstützungsforschung sind transnationale Konstellationen bisher kaum erforscht.
Der Forschungsfokus richtet sich dabei auf Unterstützungsherausforderungen und -prozesse im Kontext von Transmigration sowie auf die Rahmung und Initiierung von Sozialer Unterstützung durch Transnationale Organisationen. Diese Forschungsfelder sollen in Bezug auf drei zentrale Forschungsbereiche – „Transnational Family Care“, „Transnational Networks“ und „Transnational Professional Support“ – untersucht werden. Im Anschluss an die Soziale Unterstützungsforschung gilt es in diesen Forschungsbereichen soziale Prozesse und Konstellationen zur Stärkung der Handlungsmächtigkeit der Akteure (agency) zu analysieren.

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Schulwandern/Draußenschule

Das Wissen um die Zusammenhänge, die Bedeutung und die Schutzbedürftigkeit der biologischen Vielfalt ist in Deutschland nicht so weit verbreitet, wie es die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) als Ziel für 2015 formuliert hat. Vielfach fehlt es gerade Kindern und Jugendlichen an praktischer Naturerfahrung und einem persönlichen Bezug zur Natur. Daran könnte die Schule etwas ändern, bspw. mit regelmäßigen Draußentagen und schulischen Wanderaktivitäten zum Thema „biologische Vielfalt“. Regelmäßige Wandertage in schulnaher Umgebung schaffen Gelegenheit für unmittelbares Naturerleben. Die Schüler und Schülerinnen lernen genau hinzuschauen. Sie schärfen ihren Blick für Details und nehmen Veränderungen der natürlichen Umgebung im Jahresverlauf oder durch andere Einflüsse bewusst und reflektiert wahr. Das öffnet den Blick für die Zusammenhänge, Einflüsse und Abhängigkeiten in der Natur. Und es stärkt das Urteilsvermögen in naturwissenschaftlichen und ökologischen Fragestellungen. Außerschulische Lernerfahrungen verbunden mit Bewegung und gemeinsamem Naturerleben wirken sich zudem positiv auf das Lernen allgemein und das soziale Miteinander in der Schule aus. Diese Erfahrung haben viele Schulen in Skandinavien mit dem Modell der Uteskole, der „Draußenschule“, gemacht. Hier setzt das Projekt „Schulwandern“ des Deutschen Wanderverbandes und seines wissenschaftlichen Projektpartners, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, an. „Draußentage“ nach dem Vorbild der skandinavischen Uteskole und Schulwanderungen sollen die Wahrnehmung für die biologische Vielfalt schärfen, vernetztes Denken fördern und das Ausprobieren von Handlungsmöglichkeiten anregen.

Laufzeit: 01.01.2014 - 31.12.2016, Trägerschaft: Verbundprojekt zwischen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und dem Deutschen Wanderverband e.V., Fördermittel: Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB); Fördersumme: 996.850 Euro. Weitere Informationen

Leitung: Prof. Dr. Matthias D. Witte, Jun.-Prof. Dr. Marius Harring

Mitarbeiter: Robert Gräfe (Projektkoordinator), Sarah Sahrakhiz, Christian Armbrüster, Daniela Schenk

Publikationen:

  • Gräfe, R./ Gillessen, C./ Harring, M./ Sahrakhiz, S. & Witte, M.D. (2016). Bildungsräume anders denken. Das Modellprojekt Draußenschule, In: von Au, J. & Gade, U. (Hrsg.). Raus aus dem Klassenzimmer - Outdoor Education als Unterrichtskonzept, Weinheim/München: Beltz Juventa, S. 70 - 78.
  • Gräfe, R./ Gillessen, C./ Harring, M./ Sahrakhiz, S. & Witte, M.D. (2016). Einmal wöchentlich draußen unterrichten?! Eine qualitativ‐empirische Studie zur Draußenschule aus der Perspektive von Grundschullehrerinnen, In: Von Au, J. & Gade, U. (Hrsg.). Raus aus dem Klassenzimmer – Outdoor Education als Unterrichtskonzept. Weinheim/München: Beltz Juventa, S. 79 - 95.
  • Sahrakhiz, S. /Witte, M.D./ Harring, M. (2016). Nähe und Distanz in der Lehrersprache. Eine Konversationsanalyse am Beispiel Draußenschule und Klassenzimmer. Baltmannsweiler: Hohengehren Schneider.
  • Armbrüster, C./ Gräfe, R./ Harring, M./ Sahrakhiz, S./ Schenk, D. & Witte, M.D (2015). Draußen die Welt erkunden. Raumaneignung in der Draußenschule, In: erleben & lernen. Internationale Zeitschrift für handlungsorientiertes Lernen (23), H. 5, S. 26 - 29.
  • Gräfe, R./ Harring, M. & Witte, M.D. (Hrsg.) (2015). Draußenschule (Schwerpunktheft). In: Die Grundschulzeitschrift (29), H. 287, Seelze: Friedrich Verlag.
  • Gräfe, R. & Bentsen, P. (2015). Udeskole - Außerschulisches Lernen in Dänemark, In: Die Grundschulzeitschrift, Heft 287 (29), S. 16 - 21.
  • Gräfe, R./ Harring, M./ Sahrakhiz, S. & Witte, M.D. (2015). Lernen und Bildung in der Draußenschule. Ein Unterrichtskonzept zur Schulentwicklung und Schulöffnung, In: Die Grundschulzeitschrift, Heft 287 (29), S. 10 - 15.
  • Witte, M.D. (2015). Draußenschule aus Kindersicht – Eine vernachlässigte Perspektive in der Udeskole-Forschung. In: Die Grundschulzeitschrift, 29. Jg., H. 287, S. 22 - 27.
  • Harring, M./Sahrakhiz, S./Schenk, D. (2015). (Draußen-)Schule aus der Perspektive von Eltern – Befunde einer empirisch-quantitativen Studie. In: Grundschulzeitschrift. 09/2015, S. 28-32.

Adressat_innen der Jugendhilfe

Das Projekt „Adressat_innen der Jugendhilfe“ ist für drei Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und untersucht fallrekonstruktiv die Auswirkungen sozialpädagogischer Interventionen auf die Biographien von Kindern und Jugendlichen in zwei kontrastierenden Institutionen der Jugendhilfe (stationäre Hilfen sowie die offene Kinder- und Jugendarbeit).

Aus der Perspektive der Adressat_innen soll danach gefragt werden, welche Formen der Handlungs-ermächtigung die rekonstruierten institutionellen Bedingungen ermöglichen oder verhindern. Auf diese Weise sollen die Folgen der Jugendhilfe für die Adressat_innen nicht nur biographisch nachgezeichnet, sondern in den Kontext des Hilfesystems gesetzt werden. Das Projekt soll Erkenntnisse darüber generieren, wie die biographischen Erfahrungen der Jugendlichen zu dem „tatsächlichen“ pädagogischen Setting in Beziehung stehen. Es geht somit nicht darum zu zeigen, wie sich pädagogisches Handeln in der Jugendhilfe professionalisieren lässt, sondern zu fragen, was dieses professionelle Handeln für die biographische Entwicklung von jungen Menschen bedeutet.

Die Ergebnisse der Studie sind sowohl grundlagentheoretisch als auch professionstheoretisch von Interesse. Bislang gibt es kein empirisch abgesichertes Wissen darüber, wie sich die mittlerweile unbestrittenen „Wirkungen“ der Jugendhilfe ausgestalten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Projektes.

Adressatenforschung in der Jugendhilfe

In diesem Projekt wird theoretisch an der Weiterentwicklung sozialpädagogischer Adressatenforschung gearbeitet. Die methodischen Überlegungen münden in ein empirisches Forschungsdesign, in dem die Ermächtigungsprozesse von jungen Menschen in unterschiedlichen Handlungsfeldern der Jugendhilfe fallrekonstruktiv erforscht und in Bezug zu der "pädagogischen Praxis" der Einrichtungen gesetzt werden.

ProjektmitarbeiterInnen: Prof. Cornelia Schweppe, Dr. Gunther Graßhoff, Norika Reh
feld

Veröffentlichungen aus dem Projektkontext:

Graßhoff, G. (2008): Theoretische Überlegungen zu einem empirischen Programm sozialpädagogischer Adressatenforschung. In: Neue Praxis 38, H. 4, S. 399–408.

Homfeldt, H. G./Schröer, W./Schweppe, C. (Hrsg.) (2008): Vom Adressaten zum Akteur. Soziale Arbeit und Agency: Budrich

Jugend in der Konsumgesellschaft

Das Schuldnerfachberatungszentrum (SFZ) kann durch die Hilfe von Herzenssache e.V. ein Modellprojekt zur Verschuldung von Jugendlichen umsetzen.

Junge Menschen geraten sehr häufig in problematische Schuldensituationen, die nicht alleine mit finanziellen Fragen zusammenhängen, sondern im jeweiligen individuellen und gesellschaftlichen Kontext zu sehen sind“, erklärt Vera Lanzen vom Arbeitsbereich „Jugend und Schulden“ des Schuldnerfachberatungszentrums. Anhand von Pilotprojekten hat der Arbeitsbereich vielfältige Hintergründe der Problematik sichtbar gemacht. „Es ist deutlich, dass eine komplexe Ursachenproblematik vorliegt und eindimensionale Erklärungsmuster zur jugendlichen Verschuldungsproblematik zu kurz greifen“, heißt es in einer Zusammenfassung. So kann Verschuldung durch Konsum mit der Suche nach Anerkennung und sozialer Partizipation verbunden und letztlich ein Versuch sein, soziale Ausgrenzung und Stigmatisierung mit den einhergehenden emotionalen Belastungen zu vermeiden. Es können aber auch ganz andere Ursachen vorliegen, wie die Verschuldung durch Schwarzfahren, Unterstützung verschuldeter Eltern oder unseriöse Verkaufs- und Vertragsstrategien. „Wissensbasierte Informationen zur Schuldenprävention greifen dann einfach zu kurz“, sagt Lanzen.

Das SFZ will stattdessen von der Analyse der Lebenssituationen und Bewältigungsprozesse der Jugendlichen ausgehen und zusammen mit ihnen die emotionalen, sozialen und gesellschaftlichen Faktoren des Verschuldungsprozesses aufgreifen. „Bundesweit hätte dies Modellcharakter“, erwartet Lanzen. Das Projekt richtet sich an 14- bis 17-jährige Schüler der Klassenstufen 9 bis 11. Das Projekt „Ohne Geld geht gar nix... Jugendliche in der Konsumgesellschaft“ wird über einen Zeitraum von zwei Jahren die Jugendlichen begleiten und darin unterstützen, sich mit wichtigen Fragen ihres Lebens auseinanderzusetzen und ihre eigene Lebensgestaltung sowie die Themen Geld und Schulden zu reflektieren. Start des Projekts ist im April 2013. Es wird vom SFZ wissenschaftlich begleitet.

Weitere Informationen finden Sie auf der folgenden Homepage.

Migration und Armut: Entstehung und Bewältigung im transnationalen Raum

Die Transmigrationsforschung hat mittlerweile vielfach auf den Beitrag von Migrantinnen und Migranten zur Linderung von Armut in ihren Herkunftsländern hingewiesen. Eine besondere Bedeutung haben dabei die enormen Rücküberweisungen, die sie an ihre Herkunftsländer senden. Wenig weiß man jedoch darüber, welche Bedeutung transnationale Verflechtungen für Migrantinnen und Migranten haben, die im Ankunftsland selbst unter Armut leben. Diese Studie geht deshalb der Frage nach, welche Bedeutung grenzüberschreitende Verbindungen von armen Migrantinnen und Migranten in Deutschland für die Entstehung, Verschärfung und Bewältigung von Armut haben.

Mitarbeiterinnen: Dipl. Päd. Tina Hollstein, Dipl. Päd. Lena Huber
Finanzierung: Exzellenzcluster des Landes RLP „Gesellschaftliche Abhängigkeiten und soziale Netzwerke“
Laufzeit: 2009 bis voraussichtlich 2011

Heimerziehung als familienunterstützende Maßnahme

Anknüpfend an die Ergebnisse des Projektes ‚Familienaktivierende Heimerziehung in Rheinland-Pfalz’ hat im April 2007 das Projekt ‚Heimerziehung als familienunterstützende Hilfe’ begonnen. An diesem Projekt sind zwölf Einrichtungen freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe in Rheinland-Pfalz gemeinsam mit den kooperierenden Jugendämtern beteiligt. Ziel ist es, den Paradigmenwechsel in der Heimerziehung von einer kind/jugendlichenzentrierten und familienersetzenden Hilfe zu einer familienunterstützenden und lebensweltorientierten Hilfe gezielt zu gestalten.

Leitung: Prof Franz Hamburger (Uni Mainz), Marion Moos und Elisabeth Schmutz (Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz)
Auftraggeber: Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation, Universität Mainz, Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen Rheinland-Pfalz
Laufzeit: 01. April 2007 bis 31. März 2010

Praxisforschungsprojekt Lehrerkooperation

Im Praxisforschungsprojekt Lehrerkooperation wird erforscht, welches die Bedingungen für die Entstehung und das Gelingen einer produktiven Zusammenarbeit in Teams von Lehrerinnen und Lehrern sind und wie die Lehrpersonen in ihren kooperativen Zusammenhängen durch ihre Entscheidungen die jeweilige Einzelschule steuern.

Leitung: Prof. Dr. Franz Hamburger, Prof. Dr. Heiner Ullrich, Dr. Till-Sebastian Idel
Projektmitarbeiter: Dipl.-Päd. Lisa Baum, Dipl.-Päd. Nadine Bondorf

Sozialpädagogische Fallarbeit

Im Rahmen des Projektes entstehen Materialien und Handreichungen zu der Methode einer sozialpädagogischen Fallarbeit. Beruhend auf der Tradition von qualitativen Verfahren empirischer Sozialforschung werden Instrumente und Dokumente eines sozialpädagogischen Fallverstehens entwickelt, welche sich im Sinne einer "Befremdung der eigenen Praxis" als Professionalisierungsstrategie im Rahmen des Studiums der Sozialen Arbeit benutzen lassen.

Mitarbeiter: Andrea Braun, Dipl. Päd.; Dr. Gunther Graßhoff; Prof. Cornelia Schweppe

Publikation:
Braun, Andrea/Graßhoff, Gunther/Schweppe,Cornelia: Sozialpädagogische Fallarbeit. München 2011.

http://www.reinhardt-verlag.de/de/programm/utb/titel/50405/

Erster Kinder- und Jugendbericht Rheinland-Pfalz

Vom Landtag in Auftrag gegeben, wird der Erste Kinder- und Jugendbericht Rheinland-Pfalz in Kooperation der Universitäten Trier, Koblenz und Mainz erstellt. Ziel ist es, umfassende und differenzierte Daten zum Themenbereich von Kindheit und Jugend aufzubereiten und in systematischer Weise darzustellen. Hierzu gehören Daten über die Lebensbedingungen und -lagen von jungen Menschen und solche über das bereit gestellte Leistungs-/ und Angebotsspektrum für Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Neben dieser Bestandsaufnahme werden Handlungsbedarfe aufgezeigt und Empfehlungen für eine „kinderfreundliche Politik“ des Landes Rheinland-Pfalz gegeben.

Leitung: Prof. Dr. Franz Hamburger

ProjektmitarbeiterInnen: Dr. Tarek Badawia; Anja Wrulich, Dipl.Päd.

Starke Mütter - Starke Kinder

Wissenschaftliche Begleitung eines Modellprojektes zur Förderung von Wahrnehmung und Bildung für Kinder im Alter von 0-3 Jahren aus Familien in schwierigen Lebenslagen

Das Modellprojekt "Starke Mütter – Starke Kinder" wird vom Deutschen Kinderschutzbund Mainz e.V. durchgeführt, vom Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz unterstützt und vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Mainz wissenschaftlich begleitet. Das Angebot mit gemischter Komm- und Gehstruktur richtet sich an Kinder im Alter von 0–3 Jahren und deren Familien in benachteiligten Lebenslagen. Durch Erfahrungs- und Lernangebote für die Kinder wird eine erfolgreiche Integration in den Kindergarten vorbereitet. Das Projekt ist im Sozial- und Lebensraum der Zielgruppen implementiert. Es ist in der Mainzer Neustadt angesiedelt, einem Stadtteil, der hohe Anteile an Kindern, an benachteiligten Familien, an allein Erziehenden und an ausländischen Familien aufweist. Ein spezielles Merkmal dieses Projektes ist es, dass Mütter aus dem gleichen Stadtteil durch den Deutschen Kinderschutzbund Mainz e.V. zur „Erziehungspartnerin“ geschult werden
. Da sie selbst aus dem Umfeld der Zielpopulation stammen und selbst Mütter sind, werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit als kompetente Ansprechpartnerin akzeptiert und können so die Förderziele übermitteln.

Der Fokus der wissenschaftlichen Begleitung liegt auf den drei zentralen Personen Kind, Mutter und Erziehungspartnerin
Die wissenschaftliche Erhebung erfolgt weitgehend über die teilnehmenden Mütter und über die Erziehungspartnerinnen. Hierbei ergeben sich aus der Literatur drei zu evaluierende Hauptbereiche: Die Lebensqualität der Mutter, die soziale Netzwerkstruktur der Familie sowie Risikoeinschätzungen bei Kindeswohlgefährdung. Des Weiteren interessiert sich die wissenschaftliche Begleitung für Motivationen, Ziele und Erwartungen der Erziehungspartnerinnen sowie den Entwicklungsstand des Kindes beim Eintritt in den Kindergarten.
Im Laufe des Projektes sollen mindestens 15, höchstens aber 30 Familien mit Kindern im Alter von 7 Wochen oder älter, begleitet werden. Für die Erhebung sind drei Messzeitpunkte (t0 = beim Einstieg in das Projekt, t1 = nach 15 Monaten, t2 = am Ende des Praxisprojektes) vorgesehen. Dabei wird sowohl auf qualitative als auch auf quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung zurückgegriffen.

Voraussichtliche Projektlaufzeit (Praxisprojekt): 2005–2008

Projektbeteiligte

Prof. Dr. Franz Hamburger
Prof. Dr. Inge Seiffge-Krenke
Dipl.-Psych. Sabine Krömker

Armutsbewältigung unter Bedingungen der Migration

Die Lebenslagen von Menschen mit Migrationshintergrund sind in Deutschland überproportional durch knappe finanzielle Ressourcen gekennzeichnet. Dieser Zusammenhang wurde vielfach belegt. Wie allerdings Menschen mit Migrationshintergrund armutsbedingte Problemlagen bewältigen, ist dagegen kaum bekannt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Belastungen von Armut unter Migrationsbedingungen aus Prozessen und Strukturen fehlender Anerkennung und Exklusionserfahrungen resultieren. Diese Prozesse erklären sich sowohl aus der prekären finanziellen Situation der Betroffenen als auch aus ihrem Status als Migrantin bzw. Migrant. Die Bewältigung von Armut unter Bedingungen der Migration zielt dementsprechend nicht nur auf die Linderung finanzieller Problemlagen, sondern geht insbesondere mit dem Streben nach gesellschaftlicher Anerkennung und Partizipation einher.

Mitarbeiterinnen: Dipl. Päd. Tina Hollstein, Dipl. Päd. Lena Huber
Finanzierung: Exzellenzcluster des Landes RLP „Gesellschaftliche Abhängigkeiten und soziale Netzwerke“
Laufzeit: 2006-2008

http://www.netzwerk-exzellenz.uni-trier.de

Publikation:
Hollstein, Tina/Huber, Lena/Schweppe, Cornelia: Migration, Armut und Bewältigung. Eine fallrekonstruktive Studie. Weinheimund, München 2010.

Partizipation von Eltern beim Übergang Kita Grundschule

Projektlaufzeit 2011-2012

Wiss. Mitarbeiterinnen: Christine Binz, MA; Annika Pfaff, Dipl. Päd.; Sarah Schmenger, Dipl. Päd.

Projektleitung: Dr. Gunther Graßhoff, Prof. Heiner Ullrich, Dr. Frauke Choi, Prof. Franz Hamburger

Die Bewältigung von Übergängen im Bildungswesen stellt eine wichtige Entwicklungsaufgabe für Kinder und Jugendliche dar. Jeder Übergang bedeutet eine Hürde im Bildungsprozess, aber ebenso die Möglichkeit eines Neuanfangs. Mit dem Wechsel von der Kindertagesstätte in die Grundschule ist eine besondere Herausforderung verbunden; denn hier muss von den Kindern und ihren Familien eine Brücke zwischen zwei unterschiedlichen Systemen (Jugendhilfe und Schule) geschlagen werden. Die bildungspolitische Bedeutsamkeit einer pädagogisch reflektierten Gestattung dieses Übergangs ist mittlerweile unbestritten. Nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Eltern kommen in die Schule. Kindertagestätten und Schulen können sie in gemeinsam organisierten Veranstaltungen, Projekten, Elternabenden usw. auf die Herausforderungen des Übertritts in die Grundschule vorbereiten. Obwohl mit dem Schulanfang im Vergleich zum Wechsel in die weiterführenden Schulen nach dem vierten Schuljahr noch keine Entscheidung über einen Schulabschluss verbunden ist, ist dieser erste Übergang im Hinblick auf die grundlegenden Bildungsorientierungen der Kinder und Eltern höchst bedeutsam. Denn für den Erfolg in der Schule sind nicht nur die Begabung und Motivation des Kindes Ausschlag gebend, sondern auch die unterschiedlichen Ambitionen und kulturellen Ressourcen, mit denen die Eltern ihre Kinder in ihrer je eigenen Bildungsbiographie unterstützen und fördern.

Wir wollen in diesem Projekt genauer untersuchen, wie und wodurch es den Tandems von Kitas und Grundschulen gelingt, die Eltern in die Gestaltung des Übergangs produktiv mit einzubeziehen und für den Bildungsprozess ihrer Kinder zu sensibilisieren. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Auswirkungen unterschiedliche Formen der Übergangsgestaltung auf die schulischen Bildungsorientierungen der Eltern haben.

Internationalität in der Sozialen Arbeit

Dieses Projekt analysiert sekundäranalytisch den gegenwärtigen Forschungsstand zum Zusammenhang von Internationalität und Sozialer Arbeit. Datenbasis sind Monographien und Fachzeitschriften der Sozialen Arbeit im Zeitraum von 1997-2006.

Leitung: Prof. Dr. Schweppe

Publikation:
Schweppe, C./Hirschler, S.: Internationalität undSoziale Arbeit – Eine Bilanz. In: Sozialwissenschaftliche LiteraturRundschau, 2/2007, S. 113-127

Netzwerke der Sozialen Arbeit in Europa

Mit der Entstehung eines europäischen Sozialraumes nimmt zugleich die Vernetzung und Kooperation von Organisationen der Sozialen Arbeit auf europäischer Ebene zu. Im Rahmen von zwei Projekten wurden die europäischen Vernetzungsaktivitäten von Organisationen der sozialen Arbeit analysiert.

Das DFG-Projekt "Netzwerke der Sozialen Arbeit in Europa" untersuchte die Netzwerkbildung als eine zentrale Strategie von Einrichtungen und Trägern Sozialer Arbeit im europäischen Einigungsprozess. Der Fokus lag auf einer Bestandsaufnahme der Vernetzungsaktivitäten deutscher Organisationen Sozialer Arbeit durch eine quanitative sowie qualitative Befragung.

Leitung: Prof. Dr. Franz Hamburger
Mitarbeiterinnen: Felicia Lauer, Eva Stauf
Laufzeit: 2001-2003

Das Forschungsprojekt „Integration oder Abwehr – soziale Nichtregierungsorganisationen Mitteleuropas im Beitrittsprozess“ zielte auf eine Übersicht zivilgesellschaftlicher Entwicklungen in ausgewählten osteuropäischen Ländern im sozialen Bereich sowie auf die Analyse der europäischen Vernetzungsaktivitäten.

Leitung: Prof. Dr. Franz Hamburger
Mitarbeiterinnen: Felicia Lauer, Eva Stauf
Laufzeit: 2004-2005

Veröffentlichungen (Auswahl)

Hamburger, Franz/Lauer, Felicia/Stauf, Eva: Netzwerke der Sozialen Arbeit in Europa - Programmatik und Funktion transnationaler Kooperationen. In: Schauer, Reinhold et. al. (Hrsg.): Nonprofit-Organisationen und gesellschaftliche Entwicklung: Spannungsfeld zwischen Mission und Ökonomie. 5. Coll. der NPO-Forscher im deutschsprachigen Raum. Linz 2002, S. 93-114.
Hamburger, Franz/Lauer, Felicia/Stauf, Eva: Ideen, Ideale und Interessen. Was leisten die Netzwerke der Freien Wohlfahrt? In: Sozial Extra – Zeitschrift für Soziale Arbeit und Sozialpolitik. 2-3/2004, S. 24-27.
Franz Hamburger/ Lauer, Felicia/Stauf, Eva : Europäische Netzwerke der Sozialen Arbeit – eine Annäherung an neue Akteure. In: Zeitschrift für Sozialpädagogik (ZfSp), 2. Jahrgang/2004, Heft 1. S.78-102.
Hamburger, Franz/Lauer, Felicia/Stauf, Eva (2007): Die Verheißungen der Zivilgesellschaft. In: Social Work & Society: Festschrift für Walter Lorenz. The International Online-Only Journal. S. 221-241.Download: http://www.socwork.net/2007/fes
tschrift/index_html

Lauer, Felicia (2005): Europäische Netzwerkarbeit als Konstruktion einer neuen Wirklichkeit: Sinnwelt und Strategie deutscher Wohlfahrtsakteure. Dissertation, Mainz 2005.
Stauf, Eva (2008): Zwischen Kooperation und Konkurrenz – Europäische Netzwerke der Sozialen Arbeit. Dissertation, Mainz 2008. Download:
http://ubm.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2008/1668/

 

Ausbildung für Soziale Arbeit (Soziale Berufe) in Europa

Im Anschluss an eine Publikation über das Thema wurde das Konzept für eine europaweite Bestandserhebung der Ausbildung und des Studiums für soziale Berufe erarbeitet. An den Länderberichten beteiligen sich mehr als 40 WissenschaftlerInnen.

Arbeitsgruppe: Prof. Dr. Franz Hamburger, Sandra Hirschler, M.A., Dr. Günther Sander, Dr. Manfred Wöbcke
Laufzeit seit 2002

Weitere Informationen und Materialien sind hier online abrufbar.

Publikationen

F. Hamburger/ G. Sander/ M. Wöbcke (2001): Ausbildung für soziale Arbeit in Europa, In: Otto, H.-U./ Thiersch H. (Hg.): Handbuch der Sozialarbeit/ Sozialpädagogik. Neuwied, S. 106-117.

F. Hamburger/ S. Hirschler/ G. Sander/ M. Wöbcke (2004): Ausbildung für Soziale Berufe in Europa. Band 1. Frankfurt

F. Hamburger/ S. Hirschler/ G. Sander/ M. Wöbcke (2005): Ausbildung für Soziale Berufe in Europa. Band 2. Frankfurt

F. Hamburger/ S. Hirschler/ G. Sander/ M. Wöbcke (2005): Ausbildung für Soziale Berufe in Europa. Band 3. Frankfurt

F. Hamburger/ S. Hirschler/ G. Sander/ M. Wöbcke (2007): Ausbildung für Soziale Berufe in Europa. Band 4. Frankfurt

Best Practice in Multicultural European Institutions- LEONARDO-Project

The projects aims at informing and assembling data about the general conditions, issues and perspectives in the work with multicultural users of the public system. The create shared knowledge between countries and sectors in the field of multicultural users.

Leitung: Sandra Hirschler, M.A./ Dr. Günther Sander unter Mitarbeit von Dr. Sylke Bartmann
Finanzierung Europäische Kommission
Laufzeit 01.10.2003-28.02.2005

Biographie und das Studium der Sozialpädagogik

Diese Studie macht das Verhältnis von Biographie und Studium der Diplompädagogik (Studienschwerpunkt Sozialpädagogik) zu ihrem Gegenstand. Ihre zentrale Frage zielt einerseits auf die Bedeutung, die die Biographie der Studierenden bei der Aneignung des Faches und bei der sich im Studium entwickelnden Fachlichkeit und Professionalität hat und andererseits, welche Rückwirkungen das Studium auf die Biographie hat. Die Fragestellung wird mit Hilfe narrativer Interviews erhobener Lebensgeschichten von Studierenden des Diplom-Pädagogikstudiengangs im Schwerpunkt Sozialpädagogik bearbeitet.

Leitung Prof. Dr. Schweppe

Publikationen

C. Schweppe (2000): Biographie und Studium. Lebensgeschichten von Studierenden des Diplomstudiengangs Erziehungswissenschaft/ Studienrichtung, In: H.-G. Homfeldt/ J. Schulze-Krüdener (Hg.): Wissen und Nichtwissen. Herausforderungen für Soziale Arbeit in der Wissenschaft. Weinheim und München, S. 111-125

C. Schweppe (2001): Biographie und Studium. Vernachlässigte Zusammenhänge in der Ausbildung von SozialpädagogInnen oder: Über die Notwendigkeit biographischer Irritationen im Studium der Sozialpädagogik, in: neue praxis 3/2001, S. 271-286

C. Schweppe (2002): Biographie, Studium und Professionalisierung. Das Beispiel Sozialpädagogik, In: M. Kraul/ W. Marotzki/ C. Schweppe (Hrsg.): Biographie und Profession. Bad Heilbrunn, S. 197-224

C. Schweppe (2004): Das Studium der Sozialpädagogik als biographischer Aneignungsprozess, In: A. Hanses (Hg.): Biographie und Soziale Arbeit. Hohengehren.

C. Schweppe (2006): Studienverläufe in der Sozialpädagogik. Biographische Rekonstruktionen, Weinheim und München.

Wie handeln SozialpädagogInnen?

Auf dem Hintergrund des bisherigen Mangels an empirischen Annäherungen an die berufliche Praxis von SozialpädagogInnen innerhalb der sozialpädagogischen Professionalisierungsdebatte, fragt dieses Projekt mit Hilfe erzählgenerierender Leitfadeninterviews mit SozialpädagogInnen nach der Entwicklung, Gestaltung, Deutung und Begründung ihrer konkreten Handlungspraxis.

Leitung Prof. Dr. Cornelia Schweppe
Publikationen

C. Schweppe (2003): Wie handeln SozialpädagogInnen? Zur Rekonstruktion der beruflichen Praxis der Sozialen Arbeit, In: C. Schweppe (Hg.): Qualitative Forschung in der Sozialpädagogik. Opladen, S. 145-167.